Berlin (dpa) - 13. Januar 2006
Genießen mit allen Sinnen - MV-Länderhalle erwartet Besucherandrang
Ganz auf das Genießen mit allen Sinnen gerichtet
ist die Präsentation Mecklenburg-Vorpommerns auf der Grünen Woche. In
der Länderhalle drängen sich die kulinarischen Köstlichkeiten vor der
Kulisse von Rügens Kreidefelsen, historischen Backsteinbauten, gelben
Rapsfeldern und Ostseestrand. An diesem Wochenende erwartet die schon
mehrfach zum Publikumsliebling gekürte Halle den ersten großen
Besucheransturm der 71. Grünen Woche. Im Vorjahr waren rund 410 000
Besucher gezählt worden. Der vom Uecker-Randow-Kreis am
Samstag ausgerichtete Ländertag bietet den Gästen zusätzliche
Information und musikalische Unterhaltung, so durch Jagdhornbläser
passend zur Wild-Verkostung.
74 Aussteller aus dem Nordosten bieten ihre Produkte und
Leistungen in der 3000 Quadratmeter großen Länderhalle an, weitere 9
an einem Gemeinschaftsstand. Neben der Ernährungsbranche sind auch
Tourismusverbände mit Urlaubs- und Ausflugsangeboten, Hotels und
Gaststätten sowie Landkreise vertreten, die für ihre Regionen werben.
Agrarminister Till Backhaus (SPD) zufolge stellen
Tourismusunternehmen nach der Grünen Woche jeweils fest, dass die
Buchungszahlen nach oben gehen - mehr als nach der Internationalen
Tourismus-Börse ITB. Sogar ein Theater ist auf der Verbrauchermesse
dabei: Die Vorpommersche Landesbühne Anklam wirbt mit kostümierten
Darstellern für ihre Sommer-Open-Airs «Vineta» in Zinnowitz auf
Usedom und die «Klabautermann- und Windsbrautgeschichten» in Barth.
Das Bild bestimmen jedoch die Stände der Lebensmittelproduzenten.
Ihre Angebote reichen von klassischen Fleisch- und Wurstwaren, Käse
und Milchprodukten über Backwaren und Konditoreispezialitäten bis zu
Fisch und Fischkonserven sowie Bier, Sekt und Säften. Zu den
langjährigen Ausstellern gehören die Neue Pommersche Fleisch- und
Wurstwaren GmbH Pasewalk, die ihr Sortiment mit Gemüsezusätzen auf
die «leichte Linie» bringt, die Firma Goldschmidt mit ihren pikanten
und süßen Frischekäsekreationen oder die Neue Rügen Fisch GmbH. In
ihrem Programm steht Lachs in der Dose im Vordergrund, berichtet
Marketingleiterin Ines Müller. Aus der Not geboren - Makrelenfilet
verteuerte sich seit den Fangbeschränkungen im Oktober 2005 um fast
100 Prozent - habe man damit genau den Geschmack der Kunden
getroffen.
Darüber hinaus finden auch ungewöhnliche Spezialitäten Platz: Der
Pfauenhof Canzow (Mecklenburg-Strelitz) bietet alles vom Vogel Strauß
- von der Bockwurst über Leberwurst und Eier bis zu Lederwaren. Die
Ludwigsluster Storchennest GmbH empfiehlt ihr wachsendes Angebot an
Sanddornprodukten wie Säfte, Marmeladen, Süßigkeiten und Kosmetik.
Regionale Obstweine kommen von der Rethra Kellerei, Honigbier von der
Imkerei Schwaßmann in Neubrandenburg. Aus Neuenkirchen stammt Kruses
Rapsöl - pur, mit Kräutern oder Chili. Der Woggersiner Speicher im
Tollensetal ist mit Schinken, Speicherkorn und hochprozentigem
Wiesenkräuter dabei. Aus Demmin kommt Lupinen-Raps-Eis, dessen
Produktion Ende Januar beginnen soll.
Niemand muss die Halle hungrig verlassen, vor allem Fischliebhaber
kommen auf ihre Kosten. Frischen Fisch und Räucherware aus heimischen
Gewässern, sowie Besonderheiten wie Aalbouillon und Lachsmousse gibt
es beim Welshof Schliemann aus Faulenrost. Die Fischerei Müritz-Plau
aus Waren hat ihrem Mitarbeiter Hartmut Timmermann zufolge den
Ostseeschnäpel im Angebot, eine Rarität aus den Küstengewässern des
Landes. «Der lachsartige Fisch wird bei uns verarbeitet und als Filet
oder Steakware frisch oder tiefgekühlt an die Gastronomie geliefert»,
berichtet er. Am ersten Messe-Wochenende bereiten Köche im Kochstudio
Mecklenburger Seenplatte Schnäpel auf Wirsingrahm zu.
(Internet: Link: www.igw-mv.de)
|