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Infowein.de - Gewinnspiel im Dezember 2008 Kaiserstuhlshop: 1x Edelkorkenzieher: Vacu Vin Winemaster Korkenzieher transluzent

 
1x Edelkorkenzieher: Vacu Vin Winemaster Korkenzieher transluzent
Der Vacu Vin Winemaster -
ein einzigartiges Kultobjekt unter den Korkenziehern! Kein noch so festsitzender Korken hält seiner...[ mehr ]

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Düsseldorf (dpa) - 04.12.2008
In fast jedem fünften Weißwein Schimmelpilzgift entdeckt...mehr ]

München (dpa) - 03.12.2008
Vini d'Italia Drei-Gläser-Degustation 9.2.2009 in München...mehr ]

Nairobi (dpa) - 02.12.2008
Safari durchs «Obama-Land»: Kenia-Tourismus ist wieder im Aufwind...mehr ]

Berlin (dpa) - 01.12.2008
Wein und Kräuter – Thymian, Salbei, Dill, Oregano brauchen den richtigen Begleiter...mehr ]

Hamburg (dpa) - 28.11.2008
Käsefondue ist der kulinarische Klassiker der Schweiz...mehr ]

Mainz (dpa) - 28.11.2008
Wichtig für den Winzer: Mostgewicht und Oechsle-Grad...mehr ]

Hamburg (dpa) - 27.11.2008
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Hildesheim (dpa) - 26.11.2008
Sanft braten und zart würzen: Rehfleisch braucht wenig Extras...mehr ]

Neustadt/Weinstraße (dpa) - 25.11.2008
Pfalz ist größtes Riesling-Anbaugebiet der Welt - Mosel überholt...mehr ]

Würzburg (dpa) - 25.11.2008
Würzburg bekommt eine Wein- und Sommelierschule...mehr ]

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(franz.) Keller. [ mehr ]

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Leipzig (dpa) - 20. Juli 2007

«Ein stiller Geist ist jahrelang geschäftig» - Teufelsritt undHexentrunk in «Auerbachs Keller»

Teuflisch gut schmeckt er, der Tropfen, hier, in diesem historischen Gemäuer mitten in Leipzig. Und er hat's in sich. Im besten Fall verzaubert «Mephistos Feuer» - eine Spezialität in «Auerbachs Keller» - die Sinne, im schlimmsten... ist dann wohl wirklich der Teufel im Spiel. Seit bald 500 Jahren gibt es «Auerbachs Keller» nun schon. Und fast genauso lange hat die Kneipe etwas Magisches an sich. Fast jeder, der sich der bekannten Mädler-Passage im Leipziger Stadtzentrum nähert, wird von dunklen Gestalten in den Bann gezogen. Dunkel, weil sie aus Bronze sind.

Die von Matthieu Molitor (1873-1929) geschaffenen Figuren aus Goethes «Faust» weisen Fremden den Weg in das Gewölbe, das - dem großen deutschen Dichter sei Dank - zu den beliebtesten Einrichtungen der sächsischen Großstadt gehört und laut einer amerikanischen Studie zu den fünf bekanntesten der Welt. «Mephistos Feuer» allerdings ist eine moderne Kreation des Fasskellermeisters Volker Maaß, mit der er seine Gäste in die Vergangenheit führt: Er bittet sie zu einer Zeremonie, die den Titel «Anno Domini 1525» trägt - jenes Jahr des Herrn, in dem «Auerbachs Keller» öffnete.

1497 zieht es den jungen Heinrich Stromer aus Auerbach in der Oberpfalz in die Stadt an der Pleiße, die just im gleichen Jahr das kaiserliche Messe-Privileg für drei bestehende Märkte verliehen bekommt. Der Studiosus der Medizin fühlt sich anscheinend wohl im Sachsenlande, erst recht, als er - bereits als anerkannter Arzt - die Tochter des Ratsherren Hans Hummelhain ehelicht. Vom Schwiegervater erbt er jenes Haus, das später in die Weltliteratur und die Analen der Stadt eingehen wird. 1525 richtet er im Keller eine Weinschenke ein. Die zweitälteste Kneipe der Stadt und eine der ältesten in Deutschland wird in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten bevorzugtes Ziel von Studenten und Gelehrten.

Auch Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) gehörte während seiner Leipziger Studienzeit (1765-1768) zu der Horde junger Spinner und Aufschneider, die sich lärmend in dem Lokal amüsierten. Täglich zwei, drei Flaschen Wein soll der Dichter hier geleert haben, berichten Anekdoten. Das lässt nach heutigen Erkenntnissen durchaus auf Alkoholismus schließen und ist also nicht zur Nachahmung empfohlen. Der legendäre Fassritt seiner literarischen Gestalt Faust hingegen schon - zumindest all jenen, die sich nach reichlichem Genuss von Hexengebräu und mephistophelischem Feuer noch auf das riesige hölzerne Ungetüm schwingen können. «Erlaubt ist es», sagt Alexandra Heß, die für die Öffentlichkeitsarbeit in «Auerbachs Keller» zuständig ist. Allerdings bezweifelt sie zu Recht, dass ihre Gäste damit die Treppe hinaufreiten können - wie es Faust einst getan haben soll.

Den historischen Dr. Faustus, Professor für Magie zu Wittenberge, hatte laut Legende im Jahr 1525 der Zufall in den Weinkeller geführt. Laut Goethe war es allerdings Mephisto, der den trübsinnigen Faust mit Vergnügungen jeglicher Art auf andere Gedanken bringen wollte und dem Gelehrten die Studentenkneipe «Auerbachs Keller» mit folgenden spöttischen Worten schmackhaft machte: «Ich muss dich nun vor allen Dingen In lustige Gesellschaft bringen, Damit du siehst, wie leicht sich's leben lässt. Dem Volke hier wird jeder Tag ein Fest. Mit wenig Witz und viel Behagen Dreht jeder sich im engen Zirkeltanz, Wie junge Katzen mit dem Schwanz.»

Der Wein floss reichlich, bald musste Nachschub her. Doch als der Wirt um Hilfe bat, ein schweres Weinfass aus dem Keller die Treppe hochzuwuchten, prahlte Faust, das könne er ganz allein. Der ungläubige Wirt versprach ihm prompt das ganze Fass, falls dies gelänge. Natürlich gelang es - dank teuflischer Unterstützung. Fausts Methode allerdings setzte das Publikum auch in einer von Aber- und Hexenglauben geprägten Zeit in gehöriges Erstaunen: Er setzte sich auf den hölzernen Bottich und ritt ihn die Treppe hinauf.

Diese und andere Szenen aus der alten Faust-Sage und aus dem Goetheschen «Faust» finden sich auch heute noch überall in dem Gemäuer, das sich in den vergangenen fünf Jahrhunderten einer mehrfachen Metamorphose unterzog, was seiner Popularität keinen Abbruch tat: Historische Gemälde an Wänden und Decken sowie Skulpturen von Künstlern verschiedener Epochen stellen Ereignisse aus «Faust» dar, vor allem natürlich den Aufenthalt des Gelehrten und des Teufels in «Auerbachs Keller». Abbildungen der Szenerie sind aber nicht nur im Keller, sondern in ganz Leipzig zu sehen - als Bilder, in Büchern, als Drucke auf Servietten, Trinkbechern und zahlreichen Souvenirs. Selbst einen Kuchen, die «Mephisto-Torte», ziert eine Szene aus «Faust».

Das Programm in «Auerbachs Keller», in allen dazugehörenden Weinstuben und Nebengelassen, ist ganz auf die Fürsten der Finsternis und der Dichtkunst abgestimmt. «Im Keller bieten wir beispielsweise "Goethe live - Das große Interview" an», erzählt Alexandra Heß. Zwar ist Goethe bereits seit 175 Jahren tot. Doch für «Auerbachs Keller» kommt er zurück - preist ein Flyer - für ganze 90 Minuten. Geboten werde ein «satirischer Dialog über Leben und Eros, Dichtung und Wahrheit, Gott und die Welt».

«Und das ist nur ein Bruchteil unseres Angebots.» Heß holt Luft und weiter aus: «Täglich kann man vormittags 30 Minuten lang "Auf den Spuren von Goethe und Faust" wandeln und am Nachmittag Gast bei "Mephistos Kaffeeklatsch" sein.» Des weiteren laden «Himmel und Hölle» zum Abendessen und Kabarett ein. Besucher, die noch mehr erleben wollen, können bereits zum Begrüßungstrunk in die Mephisto- Bar kommen - natürlich mit «Mephistos Feuer» - und anschließend an einer Führung in den historischen Fasskeller teilnehmen.

Bevor man hier für einen eigenen Fassritt ein Zertifikat bekommt, muss man sich allerdings noch in der Hexenküche einer Verjüngungszeremonie unterziehen. Und zwar mit dem Hexengebräu, das der Teufel einst auch Faust wie Wein anpries, und das doch ganz und gar nichts mit dem edlen Rebensaft zu tun hat: «Ein stiller Geist ist jahrelang geschäftig, Die Zeit nur macht die feine Gärung kräftig. Und alles, was dazu gehört, Es sind gar wunderbare Sachen...» - Die besucherwirksame «Verjüngungskur» ist so historisch jedoch nicht: Kellermeister Maaß hat sie - frei nach Goethe - neu erfunden. «Sie ist sein "Baby"», sagt die Dame von der Öffentlichkeitsarbeit.

Volker Maaß ist ein Urgestein in «Auerbachs Keller». Seit 35 Jahren gehört er praktisch zum Inventar des berühmten Hauses. Im Vergleich zum bald 500 Jahre alten Etablissement ist das zwar eine kurze Zeit, doch am heutigen Arbeitsmarkt gemessen, ein Äon. Die «wunderbaren» Zutaten zum Verjüngungstrunk verrät er nicht. «Das is eene streng geheme Müschung», sagt er im schönsten Sächsisch. Und gibt auch den «Faust» gern mal auf Sächsisch - zur Freude seiner zahlreichen Gäste. Etwa 180 000 Besucher hat der 54-Jährige bisher schon in seinem langen Berufsleben betreut und sich inzwischen einen Eleven zugelegt: Er bildet den 18 Jahre jüngeren Buffetier Christian Schulz zum zweiten Kellermeister aus.

Im vergangenen Jahr gab es in «Auerbachs Keller» einen Wechsel an der Spitze: Das Ehepaar Christine und Bernhard Rothenberger, das zuvor über viele Jahre das Parkhotel Schloss Hohenfeld in Münster- Roxel geführt hatte, übernahm zu Ostern 2006 das renommierte Haus in Leipzig vom bisherigen Pächter Ulrich Reinhardt, dessen Vertrag nach zehn Jahren ausgelaufen war. Das Paar hatte prominente Mitbewerber: Unter anderem zeigte der Münchner Feinkost-König Michael Käfer Interesse am Keller.

Mit den Rothenbergers kam noch eine Reihe neuer Mitarbeiter hinzu. Vor der Übernahme hatte «Auerbachs Keller» 86 Angestellte, heute sind es 99. Die Gästezahlen können sich ebenfalls sehen lassen. Im ersten «Rothenberger Jahr» besuchten 315 000 Menschen aus dem In- und Ausland die historische Einrichtung, darunter auch gekrönte Häupter: Königin Silvia und König Carl XVI. Gustav von Schweden - dessen Vorfahre Jean-Baptiste Bernadotte als schwedischer König Carl XIV. Johann einst siegreich in der Völkerschlacht bei Leipzig gegen Napoleon I. ins Feld gezogen war.

Im vergangenen Herbst ließ sich die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet in «Auerbachs Keller» gebratenes Rehrückenfilet auf Selleriepüree mit Quittenchutney und Haselnussspätzle schmecken. Ein paar Monate vorher versuchte sich der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu an «Leipziger Lerchen» - Stubenküken zu geschmorten Äpfeln in Kräuterjus.

Natürlich sind solche Speisen nicht der Prominenz vorbehalten. Überhaupt bemühen sich die Rothenbergers, jeden Besucher wie einen Ehrengast zu behandeln und laden mit jenen Worten in ihr Haus ein, mit denen man schon zu Goethes Zeiten allenthalben für die Messestadt warb: «Wer nach Leipzig zur Messe gereist, Ohne auf Auerbachs Hof zu gehen, Der schweige still, denn das beweist: Er hat Leipzig nicht gesehn.»

 

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