Wiesbaden (dpa) - 08. November 2007
Korkhersteller sehen Chancen für Naturkork bei Spitzenweinen
Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Korkhersteller sehen nach deftigen
Absatzeinbußen vor allem bei hochwertigen Weinen gute Chancen für
Naturkorken als Flaschenverschluss. Unterstützt werden sie dabei vom
Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP): Bei hochwertigen Weinen
sei der Naturkorken der Verschluss der Wahl, erklärte VDP-
Vizepräsident Wilhelm Weil am Mittwoch in Wiesbaden bei einer
gemeinsamen Aktion zugunsten von Naturkorken. Er lobte die
Anstrengungen der Hersteller in den vergangenen Jahren, von Korken
bedingte Geschmacksbeeinträchtigungen bei Weinen zu vermeiden. Früher
habe es bei manchen Winzern massive Probleme gegeben.
Der Präsident des portugiesischen Korkverbandes APCOR, Antonio
Amorim, verwies unter anderem auf moderne Methoden, den Stoff
Trichloranisol (TCA) etwa mit Mikrowellen-Bestrahlung aus den
Naturkorken zu verbannen. Dieser Stoff kann vor allem Weißweine
muffig schmecken lassen.
Die Branche setzt in Deutschland nach eigener Darstellung pro Jahr
rund 500 Millionen Wein- und Sektkorken ab, das sei fast eine
Halbierung gemessen an früheren Jahren. Vor allem preiswerte Weine
erhielten andere Verschlüsse etwa aus Kunststoff. Der Verband erhofft
sich Steigerungsraten von 20 Prozent pro Jahr. Weil berichtete, die
VDP-Mitglieder verschlössen ihre Flaschen zu 60 Prozent mit
Naturkorken, zu 24 Prozent mit Schraubverschlüssen und zu je 8
Prozent mit Plastikkorken und Glasstopfen.
Die Rinde der Korkeichen ist nach Angaben Amorims auch
umweltfreundlich. Jeder Korken binde etwa acht Gramm des
Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Die Korkeichen in Portugal und den
anderen Mittelmeerländern absorbierten pro Jahr rund 14 Millionen
Tonnen des Gases. Außerdem gebe es bei dem Naturprodukt keinerlei
Abfall. Was nicht für Korken genutzt werden, diene als Fußbodenbelag,
Dämmstoff oder als Bestandteil von Zylinderkopfdichtungen.
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