Neustadt/Weinstraße (dpa) - 13. März 2008
Asparagus lässt warten: Kein Freilandspargel zu Ostern -
Aus dem normalen Freilandanbau ohne Bodenheizung sei bis Ostern
kein Spargel zu erwarten, sagte Gemüsebau-
Experte Joachim Ziegler. In der kommenden
Woche solle es noch einmal kälter werden, was den Wuchs hemmen könne.
«Der Stangenkopf bestimmt das Wachstum, die Temperatur am Kopf bringt
ihn auf Trab», erklärte er. Je wärmer es werde, desto schneller
wachse der Spargel, der pro Tag bis zu zehn Zentimeter zulegen könne.
«Aber wenn es oben kälter ist als im Damm, kommt er nicht raus»,
sagte Ziegler. «Wenn Sie einen kalten und trüben Tag haben, kommen
die nicht raus. Das ist selbst bei einer Bodenheizung so, dass die
dann unter der Oberfläche stehenbleiben.»
Spargel war schon bei den
Ägyptern, Griechen und Römern beliebt, die ihn nördlich der Alpen
bekanntmachten. Zunächst war der Anbau des Spargels «Asparagus
officinalis» erfolglos, bis das Stangengemüse vor rund 500 Jahren als
teure Delikatesse wieder von sich reden machte. Daraufhin verbreitete
sich der Spargel vom oberrheinischen Tiefland aus in Deutschland. Die
Pflanze benötigt Wärme und lockeren, sandigen, nicht zu feuchten
Boden.
Bei optimaler Witterung kann Spargel mehrere Zentimeter am Tag
wachsen. Durch Anhäufeln der Erde bleiben die Triebe hell, da sie
ohne Licht nicht den grünen Farbstoff Chlorophyll bilden. Das so
gezogene Gemüse wird Weißer Spargel genannt. Die Spargelernte endet
hierzulande traditionell zum Johannistag rund um den 24. Juni.
Spargel mit Bodenheizung werde in Deutschland ohnehin nur auf etwa
60 bis 70 Hektar angepflanzt, die weit verstreut lägen, berichtete
Ziegler. Allein in Rheinland-Pfalz beträgt die Anbaufläche für das
Edelgemüse 1118 Hektar, von denen 55 bis 60 Prozent auf die Pfalz
entfielen. Anbaubetriebe mit Bodenheizung für den Spargel gebe es
etwa im Raum Köln, am Niederrhein oder in Südhessen. Der Spargel
wachse aber auch nur dort kräftig, wo die Bodenheizung «sehr früh»
angestellt worden sei.
Ziegler riet Spargelfreunden zur Geduld. «Ruhig Blut, es wird noch
genug Spargel geben dieses Jahr.» Spargel sei «kein absolutes
Grundnahrungsmittel», man könne die Saison abwarten. Ende März
schnellten die Temperaturen manchmal in die Höhe - «dann geht es
blitzschnell». Hauptziel der deutschen Anbauer sei es, im April «in
erheblichem Umfang lieferfähig» zu sein und «nahezu flächendeckend»
heimischen Spargel anbieten zu können. Zu den Preisen für das
Edelgemüse wollte Ziegler keine Prognose abgeben. «Das wird am Markt
gemacht», sagte er.
Normalerweise gebe es zu Ostern Spargel, aber in diesem Jahr werde
daraus wohl nichts, sagte auch der Sprecher des Bauern- und
Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Herbert Netter. «Wenn was passiert,
dann sowieso zuerst in der Vorderpfalz», fügte er hinzu. Denn der
Süden sei früher dran. Auch dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-
Pfalz Süd wäre es lieber gewesen, wenn die Landwirte zu Ostern
Spargel hätten anbieten können, doch dafür sei es zu früh, sagte die
Sprecherin des Verbandes, Andrea Adams. Unabhängig davon liege die
Vegetation «ganz gut im Plan».
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