Traben-Trarbach (dpa) - 18. Juli 2008
Mehr als weinselige Romantik: Die Mosel ermöglicht auch Aktivurlaub
Traben-Trarbach (dpa/tmn) - Weinselig in der Rebenlaube sitzen,
eine romantische Flussfahrt unternehmen, ein Glas lieblichen Riesling
trinken: Ein Ausflug an die Mosel hat für viele ein leicht
angestaubtes Image. Und es gibt sie tatsächlich noch, diese Ecken mit
den überfüllten Busparkplätzen und grölenden Reisegruppen. Aber die
Mosel hat deutlich mehr zu bieten: In dem teils atemberaubend schönen
Flusstal zwischen Eifel und Hunsrück gibt es viele Sportmöglichkeiten
wie Wandern, Kanu- oder Radfahren.
Besonders die Steillagen, in denen die Winzer in schweißtreibender
Arbeit ihre Reben kultivieren, prägen das Bild der Mosel. In den
engen Biegungen des Flusses geht es vom Ufer an manchen Stellen mit
mehr als 60 Grad Neigung in die Höhe, etwa am 380 Meter hohen Calmont
bei Bremm oder am Erdener Treppchen. Wer trittsicher und einigermaßen
schwindelfrei ist, kann sich hier auf Wanderpfaden selbst ein Bild
davon machen, wie hart Weinbergsarbeit ist - und wie schön ein selbst
erarbeiteter Blick auf das Moseltal.
Der Kletterwanderweg in Erden startet an einer alten Römerkelter -
steinerner Beweis für die mehr als 2000 Jahre alte Weinbautradition
der Region. Dann wird es anstrengend: Teils über Stufen und Leitern,
teils auf schmale Pfade direkt zwischen Rieslingreben geht es hinauf
auf den Weinberg. Ab und an kreuzt mitten im Hang ein Schienenlauf -
er gehört zu kleinen Bahnen, mit denen Dünger und Werkzeug auf den
Weinberg gefahren werden. Der Pfad ist zwar gut gesichert, dennoch
sollten sich nur Wanderer mit einer soliden Grundkondition und festem
Schuhwerk an das «Abenteuer Steillage» wagen - dies gilt auch für den
Klettersteig am Calmont, einem der steilsten Weinberge Europas.
Etwas gemächlicher geht es am Ufer zu. Auf flachen und breiten
Radwegen lassen sich bequem mehrere Moselstädtchen an einem
Nachmittag erkunden. Die Routen verlaufen meist direkt am Fluss und
nur selten parallel zur Straße. Fern-Radler können auf dem
Moselradweg von Koblenz bis ins französische Metz rund 310 Kilometer
fahren. Daneben gibt es weitere Strecken - etwa den Saarradweg, die
Radroute Nahe-Hunsrück-Mosel oder den Sauertalradweg.
Wer noch näher ans Wasser möchte, kann ins Kanu steigen. Unter
anderem in Schoden an der Saar, einem Zufluss zur Mosel, werden Boote
verliehen. Nach einer kurzen Einweisung kommen auch Ungeübte mit den
Kanus und Paddeln klar, Kentern ist nahezu unmöglich. Nur mit
Muskelkraft geht es dann von Schoden aus über einen Altarm der Saar -
ohne Schiffsverkehr, aber mit vielen Gelegenheiten zum Beobachten der
Natur. Kormorane und Fischreiher ziehen am Himmel vorbei, im teils
dichten Ufergebüsch brüten Blesshühner, und im seichten Wasser
wachsen im Sommer Teichrosen inmitten des Flussbettes.
Auf einen Wein sollten allerdings auch Aktiv-Urlauber an der Mosel
keineswegs verzichten. Mehr als 5000 Weingüter bewirtschaften im
Anbaugebiet, zu dem auch die Flusstäler der Saar und der Ruwer
zählen, knapp 9000 Hektar Rebfläche. Wichtigste Rebsorten sind nach
dem dominierenden Riesling noch Rivaner, Elbling, Kerner und - für
Rotwein-Liebhaber - Spätburgunder. An einem milden Sommerabend
schmeckt der dann draußen, unter einer Rebenlaube, am besten.
Informationen: Mosellandtouristik, Kordelweg 1, 54470
Bernkastel-Kues (Tel.: 06531/973 30, Internet:
Link: www.mosellandtouristik.de); Saar-Obermosel-Touristik (Internet:
Link: www.saar-obermosel-touristik.de)
Internet: Link: www.mosel-erlebnis-route.de; Link: www.klettersteig-mosel.de;
Link: www.bremm-mosel.de; Link: www.mosel-radweg.de,
Link: www.trier-unterwegs.de/artikel/sauertalradweg.html.
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