Trondheim (dpa) - 05. August 2008
Günstig reisen im Hochpreisland: Norwegen-Tour mit Auto und Zelt
Reich und schön - Norwegen ist beides. Mit
seinen spektakulären Fjorden, Gletschern und Gebirgen verzückt das
Land jeden Naturfreund. Dass der durchschnittliche Norweger pro Jahr
rund doppelt so viel Geld erwirtschaftet wie ein Deutscher, macht
sich allerdings bei den Preisen bemerkbar. Im Supermarkt, beim Tanken
oder im Restaurant heißt es: ruhigbleiben, Portemonnaie zücken, nicht
ärgern. Trotz der happigen Preise lässt sich das Land aber auch mit
knapp kalkuliertem Budget erkunden - zum Beispiel mit Auto und Zelt.
Selbst Familien können dort schon mit weniger als 500 Euro pro Woche
einen herrlichen Urlaub verbringen.
Hier anhalten? Warum nicht. Der Platz liegt abseits der Straße,
direkt an einem Fluss, der Boden ist eben, von der Felswand ein Stück
entfernt donnert ein Wasserfall hinab. Kofferraum auf, Zelt aufbauen,
Schlafsäcke ausrollen. Zum Abendbrot gibt es Nudeln vom
Campingkocher, Lachs in Sahnesoße, ein Glas vom mitgebrachten
Weißwein. Noch um 22.00 Uhr scheint die Abendsonne.
In der freien Natur zu zelten, ist die schonendste Variante für
die Reisekasse. Das «Jedermannsrecht» gestattet - anders als in
Deutschland - das wilde Campen für eine oder zwei Nächte. Die
einzigen Bedingungen sind, dass man genügend Abstand zu Wohnhäusern
hält, Privatgrundstücke meidet, seinen Müll mitnimmt und kein offenes
Feuer macht. Platz gibt es reichlich: Norwegen ist etwas größer als
Deutschland, hat aber nur 4,7 Millionen Einwohner. Wer von den
Hauptrouten abbiegt und an kleinen Sand- und Kieswegen Ausschau hält,
findet die schönsten Plätze.
Reisende, die nicht die totale Einsamkeit lieben, können sich auf
einem Zeltplatz mit warmen Duschen, Trinkwasser, Kühlschrank und
anderen Annehmlichkeiten einmieten. Hunderte Plätze buhlen in der
Sommersaison von der Schärenküste im Süden bis zum Nordkapp um Gäste.
Die meisten liegen an einem Fluss, See oder Fjord. Auf den
einfacheren Arealen hat ein Bauer seine Wiese gemäht und ein Klo- und
Waschhäuschen aufgestellt. Die Luxusanlagen bieten Extras wie
Swimmingpool, kostenlosen Kanuverleih, Spielplatz, Streichelzoo und
eine Hüpfburg für Kinder.
Auf fast jedem Campingplatz gibt es auch rustikal bis luxuriös
ausgestattete Blockhütten zu mieten. An diesen kommt selbst ein
hartgesottener Campingfan kaum vorbei, wenn das Wetter sich von der
rauen Seite zeigt - mit Wind, Dauerregen und Temperaturen bis an den
Gefrierpunkt auch im Juli. Das Wetter ist die große Unbekannte bei
einem Norwegen-Urlaub, launisch und wechselhaft, mal sommerlich warm,
mal lausig kalt. Doch wer neben Badehosen und Sandalen auch Mützen
und Wollsocken, Gummistiefel und Funktionsjacken im Gepäck hat, zieht
einfach das jeweils passende an und genießt Norwegens Landschaft -
egal ob der Himmel blau oder grau ist. Auch beim Kauf von Zelt und
Schlafsäcken sollte etwas Robusteres ausgewählt werden.
Keine Sparmöglichkeiten gibt es an der Tankstelle. Auch im
Erdölland Norwegen langt der Staat bei der Benzinsteuer kräftig zu.
Und die Maut für manche Straßen, Tunnel und Fähren lässt sich ebenso
wenig umgehen. Beim Essen können Urlauber hingegen die eine oder
andere Krone sparen: Wer zum Beispiel einen Bogen um Restaurants
macht und auf Wein- oder Biereinkäufe verzichtet, fährt deutlich
günstiger. Richtig teuer sind manche Obst- und Gemüsesorten und
einige Spezialitäten. Angler können das Budget entlasten: Ein selbst
gefangener Kabeljau aus dem Fjord kann zum Höhepunkt auf dem
Grillrost werden. Norwegens Gewässer sind fischreich, auch weniger
erfahrene Hobbyfischer haben gute Erfolgsaussichten.
Gratisprogramm bietet an fast jedem Ort Norwegens die Natur. Wer
es sportlich mag, schnürt die Joggingschuhe und leiht ein Fahrrad
oder Kajak. Wer es langsamer liebt, läuft in Wanderschuhen über
Hochebenen, zu Gletschern, durch Birkenwälder und an Flussläufen
entlang, durchquert Gebirgsbäche oder wandert an steilen Klippen und
Schneefeldern vorbei. Markierte Pfade gibt es von familientauglich
bis halsbrecherisch in allen Schwierigkeitsgraden. Überall in
Tourismusbüros, auf Campingplätzen oder in Läden liegen Broschüren
mit Vorschlägen für Wanderrouten und Ausflüge bereit.
Am ausgewählten Zeltplatz am Fluss rauscht auch am kommenden
Morgen der Wasserfall, die Sonne hält sich noch hinter Wolken
versteckt. Instantkaffee und Spiegeleier zum Frühstück, schnell das
Zelt abbauen, alles ins Auto einpacken und weiter. Am Abend wird
wieder ein schöner Platz gesucht. Der liegt dann vielleicht mit
Panoramablick über einem Fjord.
Informationen: Norwegisches Fremdenverkehrsamt Visitnorway,
ABC-Straße 19, 20354 Hamburg (Tel.: 0180/500 15 48 für 14 Cent pro
Minute, Internet: Link: www.visitnorway.com/de).
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