London (dpa) - 15. August 2008
Forscher: Schöntrinken funktioniert - für beide Geschlechter
Das sprichwörtliche Schöntrinken gibt es nach
Erkenntnissen britischer Wissenschaftler tatsächlich - und zwar nicht
nur in Bezug auf die Attraktivität des jeweils anderen Geschlechts.
Nach ein paar Gläschen fanden heterosexuelle Männer bei einer
Versuchsreihe der Universität von Bristol sowohl Frauen als auch
Vertreter des eigenen Geschlechts hübscher als vorher. Auch in den
Augen von Frauen wurden Vertreter beider Geschlechter attraktiver.
Wie das Magazin «New Scientist» (Nr. 2669, S.12) berichtet, stehen
diese Ergebnisse in einem gewissen Widerspruch zu Erkenntnissen eines
2003 von Forschern der Universität Glasgow unternommenen Schöntrink-
Experiments. Das Glasgower Team war zu dem Schluss gelangt, dass eine
mit steigendem Alkoholpegel positiver werdende Wahrnehmung anderer
Menschen sich allein auf das jeweils andere Geschlecht bezieht.
Als Ursache der Ergebnisse in Bristol vermutet Teamleiter Marcus
Munafò, dass die dortige Versuchsreihe mit 84 Probanden ein
kontrolliertes Experiment war, während die in Glasgow in Bars und
Cafés stattfand. Sie sei damit eher «konzentriert gewesen auf
potenzielle sexuelle Partner in einer Umgebung, die für sexuelle
Begegnungen förderlich ist». Anders als das Glasgower Experiment,
fand jenes in Bristol in völlig neutraler Umgebung statt.
Dabei wurden männlichen und weiblichen Studenten nach dem Genuss
von rund einem viertel Liter Wein oder Saft Fotos von Männern und
Frauen zur Bewertung vorgelegt. Die Probanden mit Alkoholkonsum
bewerteten Menschen beider Geschlechter als attraktiver als
diejenigen Probanden, die Saft getrunken hatten. Die Forscher in
Bristol wollen nun einen weiteren Schöntrink-Test ansetzen - diesmal
mit Videos, auf denen Menschen in Bars beim Flirten zu sehen sind.
Der Originalartikel ist im Journal «Alcohol and Alcoholism»
erschienen.
|