Bielefeld (dpa) - 20. August 2008
Tomaten für den Teint - Gutes Aussehen durch besseres Essen
Mango statt Maske, Papaya statt Peeling und
Soja statt Salbe: Landen regelmäßig die richtigen Zutaten auf dem
Teller, sieht die Haut frischer, jünger und gesünder aus. Stehen
dagegen häufig Chips und Würstchen auf dem Speiseplan, rächt sich das
mit Pickeln und einem fahlen Teint. Besser essen für ein besseres
Aussehen, raten Experten - schließlich kommt zumindest ein Teil der
Schönheit von innen. Kleine Sünden sind aber durchaus erlaubt.
Gesunde, ausgewogene Kost ist das A und O für den
Gesamtorganismus, sagt der Dermatologe Christoph Liebich aus München.
Die Haut sei das größte Organ des Menschen und daher wie alle anderen
durch die Ernährung beeinflussbar. «Wenn Menschen Alkohol trinken,
rauchen und fett essen, sehen sie fahl und blass aus. Ernährt man
sich aber vitaminreich, bleibt die Haut auch länger frisch.»
Hinzu kommt, dass unsere Haut täglich einer Menge Umweltfaktoren
ausgesetzt ist, erklärt Michaela Axt-Gadermann aus Petersberg bei
Fulda, Autorin des Ratgebers «Skin Food - Schlemm dich schön» (Herbig
Verlag, ISBN 978-3-7766-2466-3, 19,90 Euro).
Cremes und Lotionen allein, und sind sie noch so edel und teuer,
kommen dagegen nicht an: «Wenn Sie sich überwiegend von Chips,
Bratwürstchen und Schokolade ernähren, werden Sie selbst mit den
besten Kosmetikprodukten nicht gegen die Voralterung der Haut
ancremen können», so Axt-Gadermann.
Eine bewusste Ernährung bedeutet aber nicht, zugunsten eines
schönen Teints auf jeglichen Genuss verzichten zu müssen. Ein kleines
Glas Rotwein am Tag schützt zum Beispiel die Haut, weil der Wein
viele Antioxidantien enthält, die den Alterungsprozess verzögern.
Ebenso ist zweimal wöchentlich Fleisch als Eisenlieferant durchaus
sinnvoll, und selbst Schokolade ist in Maßen erlaubt, sofern es sich
dabei um eine dunkle Sorte handelt: «Die erhöht den Kollagengehalt,
fördert die Durchblutung und sorgt für mehr Feuchtigkeit der Haut»,
erklärt Axt-Gadermann.
Ausgewogenheit und Abwechslung sind die Prinzipien, die man im
Alltag beherzigen sollte, rät auch Visagist Horst Kirchberger aus
München. «Milchprodukte zum Beispiel sind reich an Kalzium und somit
gut für die Haare und Nägel». Außerdem liefern sie Vitamin B2, das
vor roten Pusteln und entzündlichen Schuppen schützen kann.
Täglich fünf Portionen Obst und Gemüse, lieber Vollkorn- als
Weißmehl und möglichst keine Fertiggerichte - mit dieser Rezeptur
lässt sich schon eine Menge für die «Schönheit von innen» tun. Dabei
ist es gar nicht nötig, Fett gänzlich aus den Töpfen zu verbannen.
Ungesättigte Fettsäuren, zu finden in Fisch, aber auch in Raps- oder
Leinöl und Nüssen, helfen der Haut, ihre Zellmembran zu erhalten. Die
Folge: Sie wirkt glatter, frischer und entzündet sich nicht so leicht.
Ganz wichtig ist außerdem, immer genügend zu trinken. «Eine Rose,
die kein Wasser bekommt, wird welk. Und so wird auch unsere Haut
schlaff, wenn man zu wenig trinkt», sagt Christoph Liebich. Als wahre
Schönheitskuren gelten grüner oder schwarzer Tee und rote Fruchtsäfte.
Sogar einen natürlichen Sonnenschutz kann man sich «anessen»: «Im
Frühsommer täglich ein Glas Karottensaft oder ein Esslöffel
Tomatenmark, und die Haut hat automatisch einen Lichtschutzfaktor von
vier bis fünf», rät Axt-Gadermann. Das genüge zwar nicht, um sich
völlig vor UV-Strahlen zu schützen, sei aber ein Basislichtschutz.
«Und der ist absolut wasserfest, am ganzen Körper wirksam und auch
dann effektiv, wenn ich mich mittags spontan im Café in die Sonne
setze und gerade keine Creme dabei habe.»
INFO-KASTEN: Nahrungsergänzungsmittel gezielt einsetzen
Nicht jeder kann zwischen schnellem Frühstück und Kantine seine
Ernährung immer optimal gestalten. Nahrungsergänzungsmittel können in
solchen Fällen durchaus die Schönheit von innen heraus unterstützen.
Allerdings sollte niemand einfach in die Apotheke gehen und nach Lust
und Laune Vitamin-, Mineralien- oder sonstige Gesundheitspräparate
kaufen. Es sollte lediglich gezielt das eingenommen werden, was dem
Körper fehlt. Um das herauszufinden hilft nur eines: der Gang zum
Arzt. Und nur, was dieser empfiehlt, ist zusätzlich zur gesunden,
ausgewogenen Ernährung sinnvoll.
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