München (dpa) - 05. September 2008
Wein kann Medizin sein - Studien zu Alkoholkonsum analysiert
Wer sich täglich einen Schluck Wein gönnt, hat
ein um etwa 30 Prozent geringeres Risiko, eine Herz-Kreislauf-
Erkrankung zu bekommen. Dieser statistisch signifikante Zusammenhang
habe sich bei Weinmengen von bis zu 150 Milliliter pro Tag nachweisen
lassen, heißt es in einer Analyse von 13 Studien mit insgesamt
209 418 Probanden, die am Montag auf dem Europäischen
Kardiologenkongress in München präsentiert wurde.
«Gesunde und Herz-Kreislauf-Patienten, die bereits regelmäßig
leichte bis moderate Weintrinker sind, sollten zum Weitertrinken
ermuntert werden», sagte Prof. Giovanni de Gaetano von der
Katholischen Universität Campobasso in Italien laut Mitteilung.
«Nichttrinker zum Weinkonsum zu animieren, wäre ethisch
problematisch.»
Wer dagegen selten, dafür dann aber sehr viel Alkohol trinkt, lebt
gefährlicher als Menschen mit regelmäßigem Alkoholkonsum, zeigte eine
französisch-irische Studie. Seit den 90-er Jahren wurden 10 416
damals gesunde und im Durchschnitt knapp 55 Jahre alte Männer
medizinisch beobachtet und untersucht. Regelmäßiger, aber niedriger
Alkoholkonsum ergab demnach ein niedrigeres Risiko für schwere Herz-
Kreislauf-Krankheiten. Studienteilnehmer, die gelegentlich, dann aber
sehr viel tranken, wiesen ein höheres Risiko auf.
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