Le Breuil en Auge (dpa) - 23. September 2008
Der normannische Branntwein Calvados: Die Milde kommt mit dem Alter
Ob fruchtig, scharf oder mild: Beim
Calvados entscheidet darüber nicht nur das Alter, sondern auch die
genaue Herkunft. Der Apfelbranntwein muss zwar nicht zwangsläufig aus
dem Département Calvados in der Normandie stammen - schließlich gebe
es im Département Puy-de-Dôme auch Calvados aus Äpfeln und Birnen,
erklärt Philipp Schneider, der Gruppen durch eine Brennerei im Ort Le
Breuil en Auge führt. Die Bezeichnung Calvados und das entsprechende
Gütesiegel dürfen jedoch nur Branntweine aus der Normandie tragen,
die aus bestimmten Äpfeln der Region hergestellt wurden.
Grundlage des Calvados ist der Apfelwein Cidre. «Der Cidre wird
zweimal gebrannt und muss anschließend mindestens für zwei Jahre im
Eichenfass lagern», erklärt der Experte. Junger Calvados sei fruchtig
und scharf im Geschmack, älterer weicher und würziger. Der Branntwein
hat einen Alkoholgehalt von etwa 40 Prozent. Cidre kommt nur auf 4
bis 6 Prozent. Zwar ist auch er ein typisches Getränk aus der
Normandie, er wird aber auch in anderen Landesteilen hergestellt.
Calvados dient auch als Grundlage für ein weiteres normannisches
Getränk - dem Pommeau. «Er besteht zu zwei Dritteln aus Apfelsaft,
die mit einem Drittel Calvados gemischt werden», erläutert Schneider.
Diese Mischung muss 18 Monate lang im Eichenfass lagern und hat
anschließend einen Alkoholgehalt von 17 Prozent.
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