Mainz (dpa) - 06. Oktober 2008
Probeschluck: Reifegrad von Federweißem vor dem Servieren testen
Bevor frisch gekaufter Federweißer auf den Tisch
kommt, empfiehlt sich ein Probeschluck. «So lässt sich feststellen,
ob die Gärung überhaupt schon eingesetzt hat - oder es noch so gut
wie unvergorener Traubenmost ist», sagt Ernst Büscher vom Deutschen
Weininstitut in Mainz. Schmeckt das Getränk beim ersten Test noch zu
süß, bleibt es am besten einige Stunden bei Zimmertemperatur stehen.
Hat der Federweiße beim zweiten Probieren dann den richtigen Süßegrad
erreicht, kommt er in den Kühlschrank - um die Arbeit der Gärhefen zu
stoppen und die richtige Trinktemperatur zu erreichen.
Meist hat der Federweiße dann einen Alkoholgehalt von fünf
Prozent, ganz durchgegoren zehn Prozent. Seinen Namen verdankt er den
enthaltenen Hefen: «Sie tanzen wie kleine Federchen im Glas», sagt
Büscher. «Und gegen Ende der Gärung bekommt der Most auch eine fast
weißliche Farbe.» Eine andere gebräuchliche Bezeichnungen ist Bitzler
- laut Büscher «bitzelt» das Getränk, wenn beim Gären sichtbar
Kohlensäure aufsteigt. Die Namen «Rauscher» oder «Sauser» beziehen
sich auf den Klang, der durch die Gärung entsteht: Wer genau hinhört,
kann ein leises, rauschendes oder sausendes Geräusch vernehmen, sagt
der Weinexperte.
Noch bis Ende Oktober, Anfang November ist der neue Wein zu
bekommen - «solange eben die Weinlese in Gang ist». Zeit genug also,
ihn nicht nur klassisch zum Zwiebelkuchen zu servieren, sondern auch
zu anderen deftigen Speisen. Büscher empfiehlt ihn zum Beispiel zu
Pellkartoffeln mit Leberwurst, Hausmacherplatten oder Rippchen mit
Kraut. Geschickt sei auch die Kombination mit Esskastanien, denn
diese haben eine eher verdauungshemmende Wirkung - ganz im Gegenteil
zum Federweißen.
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