Basel (dpa) - 14. Oktober 2008
Altstadt voller Lichter: Basel hat im Advent seinen besonderen Charme
Dort, wo der Rhein zum Strom wird, liegt eine
Stadt voller Überraschungen: Basel bietet das ganze Jahr über ein
vielfältiges Angebot an Kunst und Kultur und eine der am besten
erhaltenen Altstädte Europas. Einen ganz besonderen Charme entfaltet
sie in der Vorweihnachtszeit, wenn ihre Gassen von Lichterglanz
erfüllt sind.
Die Weihnachtszeit beginnt in jedem Jahr mit der Ouvertüre auf dem
Marktplatz: «Immer am Dienstag vor dem ersten Advent wird die Basler
Weihnacht genau um 18.30 Uhr von der Regierungspräsidentin offiziell
eröffnet», erzählt Stadtführerin Bea Lippuner. «Und die Illumination
der festlich geschmückten Innenstadt und der über 100 Weihnachtsbäume
wird dann einschaltet.» Einleuchten nennen die Basler dieses
Spektakel.
Zur gleichen Zeit eröffnet der Weihnachtsmarkt auf dem Gelände der
Schweizer Bundesbahn. Am Wochenende darauf kehrt dann auch rund um
den Barfüsserplatz Feststimmung ein. Mehr als 130 Buden werden
aufgebaut, in denen Händler und Kunsthandwerker ihre Waren anbieten:
Holzfiguren, Zinnwaren, Kerzen, Keramikartikel und Weihnachtsschmuck.
«Bei der Vergabe der Lizenzen wird streng darauf geachtet, dass der
weihnachtliche Charakter des Marktes gewahrt bleibt», erklärt
Lippuner.
Beliebt sind die bunten Weihnachtskugeln, auf denen das Rathaus
oder das Münster zu sehen sind. Auch Glühwein, Zuckerwatte, Waffeln
oder herzhaften Grillwürste gibt es. Eine Spezialität sind die Basler
Läckerli. Bereits seit dem 14. Jahrhundert stellten die Lebküchner
das Honigkuchengebäck her. Verwendung finden Zutaten wie Mehl, Honig,
Mandeln, Haselnüsse, Orangeat, Zitronat, spezielle Gewürze und etwas
Kirschwasser. Die genaue Zubereitung gilt als Geheimnis.
Stolz sind die Basler auf die vermutlich längste Weihnachtsstraße
Europas. Sie beginnt am Aeschenplatz und führt zunächst die Freie
Straße hinunter. Gleich um die Ecke liegt der Weihnachtsmarkt auf dem
Barfüsserplatz. Weiter geht es auf der von Geschäften mit
weihnachtlich dekorierten Schaufenstern gesäumten Bummelmeile durch
die Eisengasse über die mittlere Brücke bis zum Messeplatz, wo ein
mächtiger Weihnachtsbaum den krönenden Abschluss bildet. Am Silbernen
(14. Dezember) und am Goldenen Sonntag (21. Dezember) haben die
Geschäfte zusätzlich von 13.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Immer viel Betrieb herrscht im Weihnachtshaus von Johann Wanner.
Es ist ein Paradies für Weihnachtsfreunde und Christbaumfans aus
aller Welt. «Seinen Laden betritt man als Kunde, hinaus schwebt man
als Engel», sagt ein Stammkunde über das Geschäft mitten in der
Basler Altstadt. Wanner hat den Weihnachtsbaum zum Kunstobjekt
erhoben und begeistert mit seinem üppig-feierlichen Christbaumdesign
Kunden in aller Welt.
Der Vatikan zählt ebenso dazu wie das Weiße Haus und einige
europäische Fürstenhäuser. Wert legt Wanner darauf, dass jeder in
sein Geschäft kommen kann. Bei einem Baum von 1,50 Meter Höhe sind im
Schnitt 300 Euro fällig. Es geht billiger, aber auch sehr viel
teurer. Sein Tipp für den perfekt geschmückten Baum ist eine Mischung
roter und rosafarbener Kugeln mit weißen Punkten.
Ein besonderes Erlebnis ist der «Harley Niggi-Näggi»: Rund 50
«Santichläuse» brummen am Nikolaustag mit ihren bunt geschmückten und
mit kleinen Lichtern behängten Harleys von Kleinbasel durch die
Innenstadt, bestaunt von Tausenden Passanten. Am Marktplatz, wo die
Biker halten, herrscht großes Gedränge. Während der Papa wissen
möchte, was denn so eine schwere Maschine kostet, will der Kleine an
seiner Hand nur sein Versli aufsagen, um seine süße Belohnung zu
bekommen. «Jedes Jahr kommen mehr Leute zu unserem Event, bei dem wir
Geld für kranke Kinder in Spitälern sammeln», sagt der Organisator
Robert Jorysch.
Zu einer Tradition ist das Basler Wunschbuch geworden. Es liegt im
Innenhof des historischen Rathauses aus, um all das in sich
aufzunehmen, was sich die Basler und ihre Gäste aus aller Welt in der
Adventszeit wünschen. Bis über den Jahreswechsel hinaus füllt es sich
mit privaten Gedanken, Wunschzetteln an den Weihnachtsmann, mit
Hoffnungen auf Frieden, Liebe und Gesundheit. Die Eintragungen werden
von anderen gelesen und ergänzt - und auch nach Weihnachten, wenn das
Buch wieder verschwindet, bei manchen noch nicht gleich vergessen.
Informationen: Basel Tourismus, Aeschenvorstadt 36, CH-4010 Basel,
(Tel. von Deutschland: 0041/612/68 68 68)
(Internet: Link: www.basel.com, Link: www.MySwitzerland.com)
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