Würzburg (dpa) - 29. Oktober 2008
Frankenwein profitiert vom Klimawandel - Neuer Jahrgang im November
Das fränkische Weinland profitiert nach
Ansicht eines Weinbau-Experten vom Klimawandel. Zwar gebe es einige
Lagen wie den Steigerwald oder die Mainschleife, die auch heuer
wieder unter Trockenheit, Pilzbefall oder zu viel Regen gelitten
hätten, sagte Hermann Kolesch von der Bayerischen Landesanstalt für
Weinbau und Gartenbau am Mittwoch zum Abschluss der Weinlese in
Würzburg. Dennoch bestätigten die seit 18 Jahren kontinuierlichen
Erträge mit steigender Qualität, dass die Klimaerwärmung dem
Frankenwein zugutekomme.
Früher habe es wegen Spätfrösten regelmäßig Ernteausfälle gegeben.
«In der Gesamtheit haben wir nichts dagegen, wenn wir hier klimatisch
ein bisschen Toskana kriegen», sagte Kolesch. «Das Jahr war um 1,3
Grad wärmer im Vergleich zur Norm.» Durch die steigenden Temperaturen
sei auch das durchschnittliche Mostgewicht seit 1973 um 12 Grad
Öchsle gestiegen und liege heuer bei 86 Grad Öchsle. Auf die
zunehmenden Wetterkapriolen mit längeren Trockenperioden müssten die
Weinbauern dennoch eine Antwort finden, zum Beispiel mit
Bewässerungsanlagen oder dem Anbau von weniger anfälligen Rebsorten.
In diesem Jahr rechnen die Winzer mit einem Prädikatswein-Anteil
zwischen 60 und 70 Prozent. Im Durchschnitt konnten Kolesch zufolge
75 Hektoliter Wein pro Hektar erwirtschaftet werden; das sind
insgesamt etwa 445 000 Hektoliter und damit gut 80 000 weniger als im
vergangenen Jahr. Da sich die schwächelnde Konjunktur und die
Finanzkrise negativ auf den Konsum auswirkten, nehme der geringere
Ertrag Verkaufsdruck von den Winzern, sagte der Geschäftsführer des
Fränkischen Weinbauverbandes, Hermann Schmitt.
Die Verbraucher können sich nach Worten des Fachberaters für
Kellerwirtschaft und -technik des Bezirks Unterfranken, Hermann
Mengler, auf einen lebendig, spritzigen Jahrgang freuen. Die ersten
Weine des neuen Jahrgangs sollen in der zweiten Novemberwoche auf
den Markt kommen.
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