Johannesburg (dpa) - 07. November 2008
Erschwingliches Südafrika: Rucksack-Safari durchs WM-Gastland
Urlaub in Südafrika - das muss nicht
zwangsläufig die exklusive Safari-Lodge im Krüger-Nationalpark oder
die kostspielige Weintour durch die Westkap-Provinz sein. Den Trip
ans Kap wagen auch immer mehr Reisende mit schmalem Geldbeutel: Ein
ausgefeiltes Netzwerk aus günstigen Herbergen - sogenannten Hostels
für Backpacker - und Busrouten gepaart mit den Touristenattraktionen
macht es möglich.
Bereits von Deutschland kann man per Internet seinen Platz im
Baz-Bus reservieren - einem Busunternehmen, das nahezu jedes
Ferienziel zwischen Kapstadt und Johannesburg anfährt. Selbst
Busreisen in die Nachbarländer Swasiland oder Mosambik sind drin.
Die Reisemöglichkeiten reichen dabei vom Sieben-Tages-Ticket bis
zum zeitlich unbegrenzten Hop-on-hop-off-Ticket mit festem Start- und
Zielort. Und das ist laut Cecilia De Freitas, Verkaufsmanagerin bei
Baz Bus, der größte Vorteil: «Unsere Kunden sind flexibel. Sie
entscheiden selbst, wohin es gehen soll, und wir bringen sie ans
Ziel.» Das ist die Eingangstür des Wunsch-Hostels, was laut De
Freitas auch in puncto Sicherheit ein Vorteil von Baz Bus ist.
Ein Ticket kostet zwischen 100 und 680 Euro. Die knapp 20
Sitzplätze sind oft ausgebucht, wenn auch die Gesichter von Stadt zu
Stadt wechseln, weil Fahrgäste an jedem Stop ein- und aussteigen.
«Unsere Hauptkunden sind Rucksack-Touristen aus Europa», sagt De
Freitas. Trotzdem trifft man nicht nur auf den studentischen
Mitt-Zwanziger, sondern kann genauso gut neben der US-Großfamilie
sitzen oder dem britischen Ehepaar, das über seine Enkelkinder vom
Baz Bus gehört hat.
Seit 1995 bewährt sich das Transport-System - vor allem durch die
Zusammenarbeit mit rund 180 Hostels in und um Südafrika. Diese bieten
nicht nur einen Schlafplatz im eigenen Haus, sondern buchen auch
gleich den Sitzplatz für den nächsten Trip im Bus.
Im kostenlosen «Coast to Coast»-Reiseführer, der an fast jeder
Hostel-Rezeption ausliegt, findet man die nötigen Infos zu Preisen,
Ausstattung und Lage der Herbergen, aber auch zu Extras wie
kabellosem Internet-Zugang oder kostenlosem Frühstück. Eine
Übernachtung im Mehrbettzimmer («Dorms») kostet zwischen 4 und 10,
das Einzelzimmer zwischen 6 und 15 Euro.
Auf stundenlangen Busfahrten oder im Acht-Bett-Zimmer ist das
Gespräch mit Gleichgesinnten praktisch unvermeidbar - und durchaus
hilfreich: Wie ist das eigentlich mit dem Visum für Swaziland? Ist
Haifisch-Tauchen in Hermanus sein Geld wert? Und gibt es in dem
Bergdorf Hogsback wirklich Elfen? Auf nahezu jeder Zwischenstation
trifft man auf andere Backpacker, die von dort kommen, wo man selbst
als nächstes hinmöchte - und einem gern mit Empfehlungen und Tipps
weiterhelfen. Und dann liegt es an jedem selbst, ob man sich ganz
abenteuerlich auf Bungee-Jumping und Wildwasser-Rafting einlässt,
ganz klassisch in einem der vielen Nationalparks Elefanten besucht
oder den kompletten Aufenthalt surfend an Südafrikas Küste geniesst.
Trotz aller Sparmöglichkeiten lässt sich an einem Kostenfaktor
nicht rütteln: Für das Flugticket müssen mindestens 700 Euro
eingeplant werden. In knapp zwei Jahren wird das viele Touristen
nicht abschrecken lassen. Dann gibt es neben touristischen Highlights
auch Weltklasse-Fußball zu sehen - wenn Südafrika als erstes
afrikanisches Land Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 ist.
( Link: www.backpackingsouthafrica.co.za)
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