Stockholm/Madrid (dpa) - 14. November 2008
Europa lässt es krachen: Silvesterfeiern von Amsterdam bis Zürich
Ganz Europa feiert Silvester - vor
allem in den Metropolen steigen zum Jahreswechsel rauschende Partys.
Auch viele Urlauber werden überall mit dabei sein, wenn mit Sekt und
Selters auf das neue Jahr 2009 angestoßen wird.
Klassisch für die schwedische Hauptstadt Stockholm zum Beispiel
ist die Silvesterfeier im Freilichtmuseum Skansen mit Tausenden von
Gästen. Musik und ein großes Feuerwerk stehen auf dem Programm.
Gefeiert wird selbst bei frostigen Temperaturen - «notfalls in
Skihosen», sagt Marion Freitag von Visit Sweden in Hamburg. Um
Mitternacht zieht es alle ins Freie, wenn überall Raketen in den
Himmel über Stockholm fliegen. Restaurants wie das renommierte
«Bistro Berns» haben Silvesterdinner mit Fünf-Gänge-Menüs im Angebot.
Und wem das zu spießig ist: In vielen Clubs geht die Party nach
Mitternacht erst richtig los, mit Indie, Soul, Electro oder Punk.
Die Dänen versammeln sich an Silvester zunächst vor dem Fernseher:
Um 18.00 Uhr wird die Ansprache der Königin aus Schloss Amalienborg
übertragen - der Auftakt für einen feuchtfröhlichen Abend. Im
Fernsehen wird auch der Countdown zum neuen Jahr gezeigt: In
Großaufnahme lässt sich verfolgen, wie der Zeiger an der Kopenhagener
Rathausuhr um Mitternacht umspringt.
Viele Restaurants bieten spezielle Silvestermenüs. «Es empfiehlt
sich unbedingt, rechtzeitig einen Tisch zu reservieren», sagt Rainer
Büchtmann vom Dänischen Fremdenverkehrsamt. Dänen mögen es zu
Silvester schick: Jeans und T-Shirt sind dann indiskutabel. «Aber
selbst zu Galadress und Smoking trägt man bunte Papphüte», sagt
Büchtmann. Punkt Mitternacht fliegen auch in Kopenhagen zahllose
Raketen in den Himmel, am Nyhavn zum Beispiel oder am Rathausmarkt.
Typisch dänisch ist der Brauch, ins neue Jahr zu springen - von einem
Stuhl herunter zum Beispiel. «Das bringt Glück», sagt Büchtmann.
Kräftig gefeiert wird Silvester auch in den Niederlanden - und
angestoßen mit Sekt. Kulinarische Klassiker sind Oliebollen und
Krapfen, die ähnlich wie «Berliner» in Deutschland zu Silvester
gehören. Kult ist die «Oudejaarsconference» im Fernsehen: Ein
Kabarettist lässt dabei das Jahr Revue passieren. Um Mitternacht
zieht es viele Feierlustige in Amsterdam auf den Nieuwmarkt. Das
schönste Feuerwerk der Stadt ist nach Angaben des Tourismusbüros an
der Brücke zwischen Bloemgracht und Prinsengracht zu sehen.
Die schottische Hauptstadt Edinburgh ist ein Zentrum der
europäischen Feiern zu Silvester, das dort Hogmanay heißt. Zur
Tradition gehören Ceilidhs, wie rauschhafte Partys mit Tanz und
gälischer Musik genannt werden. Eine davon gibt es in der Princes
Street unterhalb von Edinburgh Castle. Hogmanay gehört zu den größten
Silvesterpartys der Welt, so das Fremdenverkehrsamt Visit Britain.
Bands spielen auf etlichen Bühnen, Straßenkünstler treten auf. Es
gibt Fackelzüge und Feuerwerk. Angestoßen wird «at the bells», um
Mitternacht also - zwar auch mit Sekt, aber es kann nie schaden, eine
Flasche Whisky in Griffnähe zu haben.
Nicht nur in Schottland, auch in London wird zu Mitternacht
gesungen. Briten setzen dabei auf Robert Burns, den schottischen
Nationaldichter: «Auld Lang Syne» heißt die Hymne, die als
Silvesterklassiker gilt. London bietet etliche Clubs zum Feiern. Um
Mitternacht, wenn die Uhr an «Big Ben» umspringt, lohnt sich aber ein
Gang ins Freie: Besucher am Riesenrad «London Eye» sind dann im Auge
des Orkans - dort tobt am Himmel ein Feuerwerk.
Anstoßen mit Champagner - das ist nirgendwo so stilecht wie in
Paris. In der französischen Hauptstadt gibt es auch keinen Mangel an
Restaurants, in denen sich die letzten Stunden des alten Jahres auf
angenehme Weise verbringen lassen. Ein guter Treffpunkt um
Mitternacht sind die Champs-Elysées. Vom Feuerwerk sollten
Silvestergäste nicht zu viel erwarten: Mit dem Nationalfeiertag am
14. Juli kann Silvester in dieser Hinsicht nicht mithalten.
Absolut im Kommen sind Open-Air-Silvesterfeiern in Polen: Die
größte gab es im vergangenen Jahr in Breslau. Aber auch in der
Hauptstadt Warschau haben 100 000 Gäste mitgefeiert. In diesem Jahr
steigt die größte Party dort auf dem Verfassungsplatz «Plac
Konstytucji». Nach Angaben des Polnischen Fremdenverkehrsamtes wird
sie ganz im Zeichen von Abba stehen - die Musik der legendären
schwedischen Gruppe ist auch in Polen Kult.
In Zürich gibt es die größte Silvesterparty der Schweiz: Gefeiert
wird vor allem rund ums Seebecken zwischen Limmatquai und Quaibrücke.
Erwartet werden gut 200 000 Gäste. Die Kirchglocken in der Innenstadt
läuten ab 23.40 Uhr das alte Jahr aus und ab 00.01 das neue ein. Um
genau 00.19 Uhr gehen rund ums Seebecken die Lichter aus. Eine Minute
später startet das Feuerwerk, für das sich die Zürcher ganze 20
Minuten Zeit nehmen. Tram- und Busverbindungen gibt es bis in den
frühen Morgen, gefeiert wird in den vielen Bars in der Umgebung.
In Spaniens Hauptstadt Madrid werden auch in vielen Hotels Fiestas
gefeiert, inklusive Silvestermenü. Kurz vor Mitternacht trifft man
sich an der «Uhr der Puerta del Sol». Wer sich an Traditionen hält,
hat dann zwölf Weintrauben dabei - bei jedem Glockenschlag um
Mitternacht wird eine gegessen. Wer alle zwölf schafft, hat ein
glückliches Jahr vor sich.
Bevor man später durch die Clubs zieht, wird auf der Straße
gefeiert, sagt Maria Ferández Medina vom Spanischen
Fremdenverkehrsamt. Zum Abschluss gibt es morgens Churros, eine Art
Spritzgebäck mit heißer Schokolade. Und dann ist wirklich Zeit zum
Schlafengehen.
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