Mainz (dpa) - 28. November 2008
Wichtig für den Winzer: Mostgewicht und Oechsle-Grad
Beim Trinken fällt der Blick selten auf die
Angaben auf dem Etikett. Aber ob beispielsweise Qualitätswein,
Kabinett, Spätlese oder Auslese aus einem Most wird, hängt vom
sogenannten Oechsle-Grad ab. Für jede Qualität gibt es
Mindestanforderungen, erläutet das Deutsche Weininstitut in Mainz: So
muss beispielsweise eine Auslese einen Oechsle-Grad je nach
Anbaugebiet zwischen 83 und 100 haben.
Ebenso wie das Mostgewicht sagt der damit verbundene Oechsle-Grad
vor allem etwas über die Süße eines Weins aus. Daraus lässt sich noch
vor der Gärung der künftig maximal mögliche Alkoholgehalt eines Weins
ableiten. «Daher wird vor allem in der Zeit, wenn der Winzer mit der
Lese beginnen will, regelmäßig das Mostgewicht kontrolliert», erklärt
Sprecher Ernst Büscher.
Winzer wissen dann: Je reifer eine Traube ist, desto höher ist ihr
Zuckergehalt. Der wiederum bestimmt das Mostgewicht. Der Winzer
ermittelt es, in dem er mit der Mostwaage die spezifische Dichte des
Traubensaftes bestimmt. Diese wird in Relation zur Dichte des Wassers
gesetzt und in «Grad Oechsle» gemessen: «Beträgt die Dichte
beispielsweise 1,076, so handelt es sich um einen Most von 76 Grad
Oechsle.» Der Name führt von dem Apotheker und Goldschmied Ferdinand
Oechsle (1774-1852) aus Pforzheim her, der das Verfahren entwickelte.
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