Hamburg (dpa) - 27. Juli 2009
«Mein Schiff» soll Fahrt aufnehmen: TUI-Cruises-Taufe in Hamburg
Dieses Schiff tauft kein internationaler
Filmstar wie Sophia Loren und kein Supermodel wie Eva Padberg. Die
Patin der «Mein Schiff» von TUI Cruises ist bodenständig und spricht
sogar Plattdeutsch: Ina Müller, deutsche Sängerin und Kabarettistin.
Mit ihr werden Rocker Udo Lindenberg, Opernsängerin Anna Netrebko und
der Hip-Hopper Jan Delay das Fest zur Taufzeremonie des
Kreuzfahrtschiffes an diesem Freitag (15. Mai) in Hamburg bestreiten.
Ina Müller wird den Champagner an den Bug werfen, die Netrebko die
Hymne «Ocean of Love» singen - und auf der Elbe werden 44
«Schwimmende Logen» schaukeln, in denen Gäste die Taufe verfolgen.
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)/ Tiefblau und weiß gestrichen ist das Schiff, das am Cruise
Terminal in der Hansestadt festmachen wird. Der 264 Meter lange
Kreuzfahrer ist 1996 von der Meyer-Werft in Papenburg gebaut worden
und fuhr bisher unter dem Namen «Galaxy» für die US-Reederei
Celebrity. Rund 50 Millionen Euro hat TUI Cruises zusätzlich zum
Kaufpreis in den gut einen Monat dauernden Umbau des
Vier-Sterne-Plus-Schiffes gesteckt. Nun hat es Platz für 1960
Passagiere in 964 Kabinen und 780 Mann Besatzung. Fast die Hälfte der
Kabinen hat Balkone, auf denen Hängematten gespannt werden können.
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)/ Eine weltbekannte Opernsängerin und ein Hamburger Hip-Hopper als
Taufgäste: Das soll nach Angaben von TUI-Cruises-Geschäftsführer
Richard Vogel die Vielfalt der Gäste widerspiegeln, die sich der
Konzern an Bord seines Schiffes wünscht. Bei der Vorstellung des
Planes im Frühjahr 2008 hatte Vogel noch von einem «Schiff für die
Babyboomer» gesprochen. Im Verlauf des vergangenen Jahres kamen zu
dieser Zielgruppe auch Familien und grundsätzlich alle «Best-Ager»;
das ist inzwischen ein weiter Begriff. So wird es an Bord nicht nur
die versprochenen Ruhe-, Relax- und Kuschelzonen geben, sondern auch
Angebote für Kinder wie einen Kidsclub und spezielle Ausflüge.
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)/ Besonders groß geschrieben werden Fitness und Erholung: Das Schiff
hat einen 2000 Quadratmeter großen Sportbereich mit Saunen und
insgesamt 12000 Quadratmeter Sonnendeck. So kann der Gast Basketball
spielen, am Golfsimulator üben oder eine Runde durch den beiden
Außenpools drehen. Das umfassende Wellnessangebot reicht von
Thalasso- und Meerwasserbädern, verschiedenen Massagen bis hin zur
Entspannung in «Mental-Oasen». Wem die Heilkräfte der Natur nicht
genügen, kann in einer Bordklinik auch ästhetisch-kosmetische
Korrekturen wie Bleaching und Faltenunterspritzungen buchen.
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)/ Natürlich ist auch für reichlich Essen und Trinken gesorgt - es
gibt vier Restaurants, sechs Bistros und zehn Bars und Lounges. So
locken das Italienische Bistro «La Vela», das Steakhaus «Surf & Turf»
und das Gourmetrestaurant «Richard's». Danach kann sich der Gast
entweder in seinem Bett ausruhen, oder in einer der Ruhezonen auf dem
Schiff, von denen die schönsten die Strandkorb-ähnlichen Kuschelkörbe
an der äußersten Deckkante sind. Von dort kann der Blick frei über
das Meer schweifen. Farblich unterscheidet sich «Mein Schiff»
angenehm von den quietschbunten US-Schiffen und den auch oft sehr
überladenen Kreuzfahrtschiffen aus Mittelmeerländern: Es überwiegen
Meerestöne von Hell- bis Dunkelblau und warme Sand- und Pastelltöne.
/(
)/ Den ungewöhnlichen Namen des Schiffes, der in großer geschwungener
Kalligraphie an der Längsseite zu lesen ist, hatten Leser der
Zeitschrift «Bunte» vorgeschlagen. Eine Jury wählte «Mein Schiff» aus
30 000 Vorschlägen aus. Zuvor hatte TUI diesen Namen bereits als
Projektbezeichnung genutzt, und auch den ersten Katalog schmückte -
weit vor dem Wettbewerb - bereits der Schriftzug. Für die Benennung
von Folgeschiffen wie bei der Aida-Flotte eignet er sich aber wohl
nicht recht: Weder «Mein Schiff 2» noch «Mein Schiff Blue» kommen so
recht rüber. Immerhin führt der Name bei der Sichtung fast zwingend
zu Solidaritätskundgebungen: «Guck mal, da kommt "Mein Schiff"».
/(
)/ Im Sommer 2009 wird «Mein Schiff» vor allem auf der Ostsee und in
nordeuropäischen Gewässern unterwegs sein. Von September bis Anfang
November nimmt es Kurs auf das westliche Mittelmeer, bevor es in die
Karibik geht, wo bis zum März 2010 gekreuzt werden soll. Im Frühling
2010 sind laut TUI Cruises zunächst Touren ab/bis Palma de Mallorca
sowie ab/bis Hamburg geplant. Im Sommer stehen von Kiel aus Ostsee-
und Nordeuropa-Fahrten bis nach Island an. Anschließend geht es in
der Wintersaison 2010/11 zu den Kanarischen Inseln und nach Marokko.
/(
)/ Basishafen des TUI-Kreuzfahrers unter maltesischer Flagge wird Las
Palmas auf Gran Canaria sein. Bordsprache ist Deutsch, das kündigte
Vogel schon früh an. Die Gäste von TUI Cruises reisten gerne in
fremde Länder, «aber sie finden es gut, an Bord die eigene Sprache
sprechen zu können». Vor allem ein Wort sollte in Deutsch geflüstert
werden: «Ja», wenn auch vernehmlich. Denn an Bord von «Mein Schiff»
kann geheiratet werden. Die Trauung auf See, sonst eher Show, ist -
durch eine Sonderregelung nach maltesischem Eherecht - rechtsgültig.
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