Berlin (dpa) - 30. Oktober 2009
Geschmacksnerven trainieren: "Wie riecht und schmeckt der Wein?"
Für manch einen Weintrinker mag ein Tröpfchen dem anderen gleichen - mit ein bisschen Training lassen
sich allerdings jede Menge Unterschiede erkennen. Sensorik ist das
Stichwort: Darunter versteht man die Bewertung eines Weines mit Hilfe
der Sinne Sehen, Riechen und Schmecken. Der Leiter der Abteilung
Weinbau und Oenologie des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum
Rheinpfalz im pfälzischen Neustadt, Ulrich Fischer, hat folgende
Definition: «Mit der Sensorik betrachten wir den Wein auf der Ebene,
auf der ihn auch der Verbraucher beurteilt.» Also nicht etwa nach
«technischen» Faktoren wie Alkoholgehalt und Ähnlichem, sondern nach
sinnlich erfahrbaren, also: Wie riecht und schmeckt der Wein?
In einem Rebensaft die verschiedenen Geschmacksnuancen erkennen zu
können ist laut dem Sensorik-Experten Fischer kein angeborenes
Talent - aber erlernbar. «Wir haben noch keinen nach Hause
geschickt, aber manch einer braucht vielleicht ein bisschen mehr
Training.» Wie ein Mensch einen Wein empfinde, hänge von
verschiedenen Faktoren ab. So spielt zum Beispiel eine Rolle, ob
derjenige einen starken oder schwachen Speichelfluss hat.
Wenn ein und derselbe Wein von zwei Menschen in einzelnen Punkten
unterschiedlich wahrgenommen werde, bedeute das also nicht, dass
einer von beiden keine Ahnung habe, betont Fischer. In die
Geheimnisse der Sensorik können seinen Angaben zufolge auch schon
Kinder eingeführt werden. Aber «vielleicht nicht gerade mit Wein»,
meint Fischer.
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