Mainz (dpa) - 30. November 2009
Fachbegriff: Wie war das noch mit dem Oechsle-Grad?
Der Oechsle-Grad ist in Deutschland, der Schweiz
und Luxemburg die Maßeinheit für das Mostgewicht der Trauben. Dieses
gibt einen Hinweis auf den zu erwartenden Alkoholgehalt des Weines.
Das Mostgewicht wird vor allem vom Zucker bestimmt, der sich bei der
Reifung der Trauben bildet und der beim Vergären für den
Alkoholgehalt von entscheidender Bedeutung ist. Das Mostgewicht eines
mittleren Jahrgangs liegt zwischen 70 und 80 Grad Oechsle. Ein Most
mit 80 Grad Oechsle ergibt vollständig vergoren einen Wein mit 84
Gramm reinem Alkohol pro Liter, was einem Alkoholgehalt von 10,6
Volumenprozent entspricht.
Der bei Baiersbronn im Schwarzwald geborene Goldschmied Ferdinand
Oechsle (1774-1852) gilt als Erfinder der Mostwaage, obwohl eine
solche Waage bereits von dem 1790 gestorbenen Erfinder Philipp
Mathäus Hahn entwickelt worden war. Oechsle erwarb sich vor allem um
die Verbreitung und Fortentwicklung des Messinstrumentes sowie um
einheitliche Methoden große Verdienste. Heute werden Oechsle-Grade
meist nicht mehr mit der Mostwaage (Aräometer) gemessen, sondern mit
einem Refraktometer, das die Dichte einer Flüssigkeit dank der
Brechung des Lichts bestimmen kann.
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