Mainz (dpa) - 10. Februar 2010
Halbtrockene Weine
Ob ein Wein trocken oder eher süß wirkt, liegt
vor allem an der Höhe des vorhandenen Zuckeranteils. Halbtrockene
Weine sind von leichter Restsüße geprägt. Nach dem Weingesetz darf
ein halbtrockener Wein einen Zuckergehalt zwischen 10 und 18 Gramm
pro Liter aufweisen. Weine mit einem Zuckergehalt von maximal 9 Gramm
pro Liter gelten als trocken, zwischen 19 und 45 Gramm pro Liter als
lieblich und darüber als süß. Je länger ein Wein gärt, desto mehr
Traubenzucker verwandelt sich in Alkohol und desto trockener wird er.
Süße wird vor allem, aber nicht ausschließlich an der Zungenspitze
wahrgenommen - und bestimmt daher oft den ersten Eindruck beim
Verkosten. Allerdings hängt die Wirkung der Süße auf den
Geschmackssinn auch stark von anderen Faktoren ab, etwa dem Gehalt an
Säure oder der Serviertemperatur.
So können halbtrockene Weine bei entsprechend hohem Säuregehalt
einen fast trockenen Geschmackseindruck hinterlassen, bei niedrigen
Säurewerten schmecken sie teilweise deutlich süß. Manche deutschen
Rieslinge etwa können wegen ihrer hohen Säure noch mit einer Restsüße
von fast 20 Gramm je Liter als trocken empfunden werden.
Bei Schaumweinen mit ihrer Kohlensäure gelten daher auch andere
Grenzwerte als bei Wein: Halbtrocken (demi sec, medium dry) ist hier
die Bezeichnung für Produkte mit einem Restzuckergehalt zwischen 33
und 50 Gramm je Liter.
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