Washington (dpa) - 19. Februar 2010
Analyse: Ägypter mischten Kräuter in den Wein
In den eingetrockneten Resten von mehr als 5000
Jahre altem ägyptischen Wein haben Forscher Hinweise auf den Zusatz
verschiedener Kräuter gefunden. Das berichtet eine Gruppe um Patrick
McGovern vom University of Pennsylvania Museum of Archaeology in den
«Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaft («PNAS»). Die
Resultate gehen auf neue chemische Analysen zurück, die mit winzigen
Mengen der kostbaren Proben auskommen. Bislang gab es Hinweise auf
Kräuter im Wein zu medizinischen Zwecken in dieser Region aus
historischen Dokumenten.
Ägypten war in alter Zeit ein Zentrum für Medizin, dort wie
anderswo wurden viele pflanzliche Substanzen für die Behandlung
eingesetzt. Der nun untersuchte Weinrest datiert etwa auf das Jahr
3150 vor Christus und stammt aus dem Grab von Pharao Scorpion I. Er
war einer der ersten Herrscher des Landes.
In einem Gefäß wurden schon vor Jahren gelbliche Rückstände
entdeckt. Darin fanden sich nun chemische Hinweise auf Bohnenkraut,
eine Pflanze aus der Gattung der Wucherblumen (Tanacetum annuum)
sowie einen Beifuß-Vertreter (Artemisia seibeni). Zudem zeigten sich
chemische Verbindungen, die eindeutig auf Wein schließen ließen.
Die gefundene Kombination chemischer Verbindungen lasse im Prinzip
aber auch den Schluss auf den Zusatz anderer Kräuter zu, etwa
Melisse, Koriander, Minze oder Salbei, erklären die Forscher in dem
Journal. Nicht alle diese Pflanzen waren damals in Ägypten heimisch.
Nähere Details über die verwandten Kräuter könnten vielleicht durch
spätere Analysen geklärt werden.
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