Rom (dpa) - 25. Februar 2010
«Risotto mit Rosenblüten» - Liebe geht durch den Magen
Experten haben allerlei Ratschläge parat, wie das
romantische Dinner zusammengestellt sein sollte: Wie wär´s mit einem «Risotto mit Rosenblüten» - Verführungskunst pur.
Die Rose gilt seit jeher als Blume der Liebesgöttin Venus. Aber
dass man mit ihr auch kochen kann, wissen nur die wenigsten.
Empfohlen wird, den Reis in einem zuvor angesetzten Aufguss aus Rosen
gar zu kochen und den Teller anschließend mit bunten, duftenden
Blüten zu verzieren. Jedoch müssen die Rezepte gar nicht immer so
ausgefallen sein, um ein sinnliches Ergebnis zu erzielen: Ein
einfacher Salat aus Sellerie und Lauch soll bereits verführerische
Kräfte haben.
Mönche wissen das schon lange, stand die explosive Mischung doch
viele Jahre lang auf dem Index zahlreicher Klöster, weil sie
angeblich «unsaubere Gedanken» hervorruft. Grund: Sellerie regt mit
seinen ätherischen Ölen und insulinähnlichen Stoffen Drüsen und
Stoffwechsel an. Obwohl dies wissenschaftlich nicht eindeutig
bewiesen werden konnte, werden der Gemüsepflanze seit jeher
erotisierende Kräfte zugeschrieben. Sie soll verliebt und
leidenschaftlich machen und Frauen von Frigidität heilen. Lauch ist
reich an Folsäure, die Stimmungstiefs entgegenwirkt.
Einer, der sich mit Erotik in der Küche und im allgemeinen
auskannte, war der berühmte Liebhaber Giacomo Casanova (1725-1798).
Und der stand unter anderem auf Schokolade, die er für das nötige
Durchhaltevermögen bei seinen amourösen Abenteuern gerne heiß und
geschmolzen verzehrte. Für die anregende Wirkung der süßen
Köstlichkeit gibt es eine ganz einfache wissenschaftliche Erklärung:
Schokolade enthält Phenylethylamin, eine Substanz, die vermehrt im
Blut zu finden ist, wenn wir uns verlieben. Sie wirkt ähnlich wie die
Muntermacher Dopamin und Adrenalin und steigert die Pulsfrequenz.
Italienische Experten empfehlen deshalb zu «San Valentino» ein
Schoko-Fondue, in das vitaminreiche Früchte wie Erdbeeren und Kiwis
eingetaucht werden.
Dann gibt es da natürlich die altbekannten «Valentins-Schlager»
wie Austern, Champagner und Kaviar. Aber es muss gar nicht immer so
teuer sein. Der spanisch-katalanische Schriftsteller Manuel Vázquez
Montalbán (1939-2003) preist in seinen «Unmoralischen Rezepten»
besonders Brot und Tomaten als Lust-Steigerer an. Verfeinert mit Öl,
Knoblauch und Salz ist diese «Bruschetta al Pomodoro» genannte
Kombination ohnehin eine der traditionellen Vorspeisen der
italienischen Küche - da brauchen die Liebespaare am Valentinstag gar
nicht kreativ zu sein, um sich ein Gericht mit aphrodisierender
Wirkung zu basteln.
Dazu ein gutes Tröpfchen Rotwein, und der Abend ist gerettet. Das
wusste übrigens schon der römische Autor Publius Terentius Afer knapp
200 Jahre vor Christi Geburt, als er schrieb: «Sine Cecere et Baccho
friget Venus.» Zu deutsch etwa: Liebe leidet Not ohne Wein und Brot.
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