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Neapel/Pompeji (dpa) - 04.12.2008
Tanz auf dem Vulkan - Trügerische Ruhe am Vesuv und Pompeji in Not...mehr ]

Hamburg (dpa) - 01.12.2008
Weihnachten auf hoher See: Das Festprogramm bei Hurtigruten...mehr ]

Trondheim (dpa) - 27.11.2008
Günstig reisen im Hochpreisland: Norwegen-Tour mit Auto und Zelt...mehr ]

Rotorua/Taupo (dpa) - 26.11.2008
"Auf dem Highway zur Hölle: Vulkane und Geysire in Neuseeland besuchen"...mehr ]

Mainz (dpa) - 25.11.2008
Ministerium lobt Ideenwettbewerb für Heilbäder und Kurorte aus...mehr ]

Hamburg (dpa) - 24.11.2008
Weihnachten auf hoher See: Das Festprogramm bei Hurtigruten...mehr ]

Meiningen (dpa) - 21.11.2008
«Pilgerziel» für Bahnfans: Zu Gast beim «Dampflok-TÜV» in Meiningen...mehr ]

Köln (dpa) - 20.11.2008
Rennluft vor dem Hotelfenster: Wochenend-Tour an den Nürburgring...mehr ]

Pattaya (dpa) - 18.11.2008
Neue Zähne und günstiges Golfen: Vieles lockt Touristen nach Pattaya...mehr ]

Hamburg (dpa) - 17.11.2008
Städtereise zur Glühweinbude: Saison der Weihnachtsmärkte beginnt...mehr ]

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Infowein.de - Gewinnspiel im Dezember 2008 Kaiserstuhlshop: 1x Edelkorkenzieher: Vacu Vin Winemaster Korkenzieher transluzent

 
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Québec-City (dpa) - 02. Januar 2008

Französische Lebensart in Kanada: Québec-City wird 400 Jahre alt

Wenn eine Stadt in Europa 400 Jahre alt wird, dann ist das nichts Besonderes. In Nordamerika dagegen gilt eine solche Metropole schon als altehrwürdig, und zum Jubiläum gibt es eine große Party. 2008 ist nun Québec-City soweit: Das Zentrum der französischen Lebensart in Kanada blickt zurück auf vier Jahrhunderte einer interessanten Geschichte und feiert selbstbewusst seine Gegenwart.

Monsieur Bouchard kommt einem irgendwie bekannt vor: Hoher, ausgebeulter Hut, dunkler Vollbart, Nickelbrille, dazu dieses verschmitzte Lächeln - die Ähnlichkeit mit der schwedischen Kinderbuchfigur Petterson ist verblüffend. Doch Monsieur Bouchard lebt nicht in Schweden. Er ist Frankokanadier und beackert auf der Ile d'Orléans im St.-Lorenz-Strom einen vier Hektar großen Weinberg. «Das Klima auf unserer Insel ist mild und sonnig. Außerdem wurde in der Stadt schon immer tüchtig Wein getrunken», sagt der Winzer und weist mit der Astschere nach Westen, wo sich die letzten Strahlen der Abendsonne über die Türme von Québec-City ergießen.

Der Mann weiß, wovon er spricht: In Québec-City, der Hauptstadt von Kanadas größter Provinz Québec, pflegen die Menschen seit 400 Jahren französische Lebensart. Die Liebe zum Wein und zum guten Essen, zur französischen Sprache und Kultur sind hier ausgeprägter als sonst irgendwo in Kanada. Und damit nicht genug: Québec-City rühmt sich, zu den ältesten Städten Kanadas zu zählen, die erste Universität des Landes gegründet zu haben und als einzige Stadt in ganz Nordamerika auf der Unesco-Weltkulturerbe-Liste zu stehen.

Bonjour, Küsschen rechts, Küsschen links: Savoir-vivre, wohin man auch schaut. Kaum hat der Besucher das «Café St.-Malo» in der Rue Saint-Paul betreten, fühlt er sich wie in die Bretagne versetzt. Kellner in langen, schwarzen Schürzen eilen zwischen den Zeitung lesenden Gästen umher und servieren morgens köstliche Croissants und dampfenden Café au lait. Am Abend dagegen werden hier wie in den anderen Lokalen in der Altstadt die beliebten Dreigänge-Menüs aufgetragen und dazu die obligatorischen Rot- und Weißweine kredenzt.

Vor allem Besucher aus den USA geraten in schieres Entzücken - und zwar nicht nur wegen der gemütlichen Kneipen, sondern auch beim Anblick der historischen Altstadt mit ihrer mächtigen Stadtmauer, den romantisch winkeligen Gassen, den Kopfsteinpflaster-Plätzen und alten Mansardenhäusern. Es heißt, viele Amerikaner, denen eine Reise nach Europa zu umständlich ist, führen gerne mal für ein Wochenende nach Québec-City, um ihren modernen Städten aus Beton und Glas zu entfliehen. Zwischen den historischen Gemäuern Québecs genießen sie dann so etwas wie «europäische Lebensart» - und das in vollen Zügen.

Der Schriftsteller Charles Haight Farnham formulierte es bereits 1822 so: «Durch Québec zu gehen, ist wie in einem Bilderbuch der Vergangenheit zu blättern.» Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Auf der Place Royale in der Unterstadt am Ufer des St.-Lorenz-Stroms etwa erscheint die Zeit wie in Blei gegossen.

Alle Gebäude rund um den Platz sind restauriert, die Autos wurden verbannt - das etwas buckelige Granitpflaster gehört heute wieder den Fußgängern und Pferdedroschken. Vor 400 Jahren bevölkerten vor allem Tagelöhner, Pelzhändler, Füsiliere und allerlei Rabauken, die sich von den Schiffen schlichen, dieses älteste Stadt- und Geschäftsviertel Nordamerikas. Heute ist die Place Royale fest in der Hand von Jongleuren, Straßenmusikanten, Touristen und Einheimischen, die ihren Feierabendbummel genießen. Und trotz aller Folklore und trotz der geschichtsträchtigen Gebäude: Ein verstaubtes Museumsdorf ist Québec-City nicht, nichts wirkt aufgesetzt oder gekünstelt.

Zum 400. Jahrestag der Stadtgründung durch den französischen Entdecker, Pelzhändler und Kartographen Samuel de Champlain im Jahr 1608 soll es nun ein gigantisches Fest geben. «Wir werden fast das ganze Jahr über feiern», sagt Denys Légaré von Québecs Provinzregierung. Als Höhepunkt sind vom 3. bis 6. Juli eine Opernaufführung und ein «Mega-Happening» auf dem historischen Schlachtfeld Plaines d'Abraham am Rande der Altstadt geplant.

Selbst der riesige Getreidespeicher am Hafen, ein normalerweise grauer Zweckbau von 600 Metern Länge und 40 Metern Höhe, wird vom 20. Juni bis 29. Juli jeden Abend als gigantische Projektionswand für eine Illuminierung und Lichtershow dienen, die der Regisseur Robert Lepage inszeniert. Der auch «Magier des Bildes» genannte Lepage, der in Québec-City geboren wurde, ist eine international beachtete Theatergröße; im April 2007 wurde er mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnet. «Eine Lightshow dieser Größenordnung hat die Welt noch nicht gesehen», verspricht Denys Légaré.

Selbst der Winter-Karneval vom 9. bis 16. Februar steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des 400. Stadtgeburtstages. Wenn die Stadt dieses Fest feiert, stehen jedes Jahr nicht nur Umzüge durch die verschneiten Straßen auf dem Programm, sondern auch ein Bootsrennen auf dem mehr oder weniger zugefrorenen St.-Lorenz-Strom gehört dazu. Dabei müssen die Boote streckenweise über das Eis geschoben werden.

Québec besitzt ein ausgeprägtes Kontinentalklima mit starken Temperaturgegensätzen: Die Sommer sind warm und sonnig, oft erreichen die Höchsttemperaturen im Juli 30 Grad und mehr. «Dafür ist unser Winter sehr streng und sehr lang. Dann fallen unglaublichen Schneemengen», sagt Elyse Busque von Tourisme Québec.

Québec-City ist von einer schönen Hügellandschaft umgeben. Zehn Kilometer nordöstlich donnern die mächtigen Montmorency-Wasserfälle über eine Felskante ins Tal. Mit 84 Meter Fallhöhe sind sie höher als die Niagara-Fälle. In strengen Wintern friert der Wasserfall nach und nach zu. Dann bilden sich bizarre Eisformationen, und dort, wo im Sommer die Gischt sprüht, wächst ein großer Pilz aus Eiskristallen.

Das einstige Schlachtfeld Plaines d'Abraham ist inzwischen ein Teil einer großen Grünanlage, des Parc de Champs-de-Bataille. Jogger, Spaziergänger und Mountainbiker sind hier unterwegs und hinterlassen einen überaus friedlichen Eindruck. Doch dieser Ort hat eine blutige Geschichte: Im Jahr 1759 trafen auf den Plaines d'Abraham die Heere der Franzosen und Engländer zu einer Entscheidungsschlacht aufeinander. Bei dem Gemetzel, das nur 20 Minuten dauerte, kamen auch die beiden Heerführer, der englische General Wolfe und der französische General Montcalm, ums Leben. Die Engländer siegten.

Die Karten für die weitere Entwicklung des Kontinents wurden damit im heutigen Québec-City neu gemischt: «Neufrankreich» hörte auf zu existieren, die Franzosen mussten ihre Besitzungen den Engländern überlassen. Seitdem wird in Nordamerika hauptsächlich Englisch gesprochen. Hauptsächlich - aber nicht überall. Denn den Menschen in Québec wurde sprachliche, kulturelle und religiöse Eigenständigkeit zugebilligt. Damit erhofften sich die Briten, das Wohlwollen der Bevölkerung zu sichern. Denn weiter südlich gab es für sie neue Probleme: Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg war ausgebrochen, und kurz darauf belagerten US-Truppen auch die Festungsstadt Québec.

Heute ist die Zweisprachigkeit Kanadas in der Verfassung verankert, Fernsehen und Rundfunk in der Provinz Québec senden auf Französisch. Franzosen, die als Touristen hierher reisen, machen sich allerdings gelegentlich über die Sprache lustig und meinen, es handele sich um «Vulgärfranzösisch». Auffällig ist auch die häufige Vermischung von Englisch und Französisch, von Spöttern als «Franglais» bezeichnet. Das Mischen der Sprachen passiert den gastfreundlichen Québecern vor allem im Umgang mit Touristen. Um mit Besuchern zu kommunizieren, die Französisch nicht beherrschen, raffen sie ihr ganzes Englisch zusammen. Und so murmelt auch Winzer Donald Bouchard bei der Suche nach seiner Lesebrille: «Where is my lunette?»

 

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