Frankfurt/Main (dpa) - 05. Mai 2008
Kürbis, Kirschen und Kartoffeln: In Hessen regieren 150 Königinnen
Kürbis, Kirschen und Kartoffeln: Die
Marketinggesellschaft Gutes aus Hessen schätzt die Zahl der
Königinnen für landwirtschaftliche Produkte im Bundesland auf rund
150. «Da gibt es eine Riesen-Inflation. Das meine ich nicht negativ»,
sagte der Geschäftsführer der GmbH mit Sitz in Friedberg, Wilfried
Schäfer, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in
Frankfurt.
So seien etwa zwei Wein-Königinnen, eine für das Anbaugebiet
Rheingau und eine für die Bergstraße, durchaus sinnvoll. «Ob wir
allerdings acht bis zehn Apfelweinköniginnen brauchen, sei mal dahin
gestellt», bemängelte Schäfer. «Da muss man aufpassen, dass es nicht
irgendwann albern wird.» Neben den diversen Apfelwein-Königinnen
werde in Steinheim gar ein bundesweites Apfelwein-Königspaar gekrönt.
Die auch als Hoheiten bezeichneten Königinnen seien vor allem für
das Image gut. «Bei der Werbung kommt es auf andere Dinge an, da
müssen Fakten auf den Tisch», betonte Schäfer. Um mehr Milch zu
verkaufen, sei es beispielsweise wichtig, auf den Kalzium-Gehalt zu
verweisen und darauf, dass dieser etwa wichtig für die Gesundheit von
Kindern sei.
Die Königinnen würden in der Regel von Verbänden oder größeren
Erzeugergemeinschaften gekrönt. Der Bauernverband sei beispielsweise
für die Rapsblütenkönigin verantwortlich, und die
Erzeugergemeinschaft Oberrieden gucke die Kirschenkönigin aus, sagte
Schäfer. Die Aktivitäten der Königinnen riefen häufig das Interesse
der Öffentlichkeit hervor. «Die Mädels sind meist auch sehr gut
ausgebildet.» Die Weinköniginnen etwa müssten Prüfungen absolvieren
und könnten so einiges über die Lage oder den Alkoholgehalt des
Weines sagen. «Sie sind nicht nur schön und lächeln nett.»
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