Tagbilaran/Manila (dpa) - 18. Januar 2010
Schokoladenhügel und Gespensttiere: Einzigartiges auf der Insel Bohol
Mehr als 7000 Inseln gehören zu den
Philippinen. 7107 sind es, um genau zu sein. Eine von ihnen ist
allerdings einzigartig: Bohol bietet neben Sandstränden und
Tauchrevieren eine fast schon außerirdisch anmutende Landschaft. Die
mit Gras bewachsenen Hügel im Zentrum der Insel färben sich in der
trockenen Jahreszeit braun. Eine Tour zu den «Chocolate Hills» lohnt
sich aber auch, wenn diese sich in Grün präsentieren. Zudem sollten
Bohol-Gäste den Koboldmakis einen Besuch abstatten: Die putzigen
Pelztiere zählen zu den kleinsten Halbaffen der Welt und sind auf der
Insel heimisch, die eine gute Flugstunde südlich der Hauptstadt
Manila liegt.
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)/ Zwar gibt es nicht ganz so viele «Schokoladenhügel» wie
Philippinen-Inseln, aber auch 1268 ist eine stattliche Zahl. Auf
einem mehrere Quadratkilometer großen Gebiet in der Nähe der
Städtchen Carmen und Batuan ragen sie teils etwa 40 Meter, teilweise
aber auch bis zu 120 Meter in die Höhe. Ihre Entstehung führen
Geologen unter anderem auf Erdbewegungen und Erosion zurück.
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)/ Üblicherweise sind aber die Reime, die sich die Einheimischen auf
solche Phänomene gemacht haben, spannender. Auf Bohol erzählt man
sich, ein Riese habe sich in ein Mädchen verliebt und es entführt.
Doch das Mädchen starb, und der Riese weinte bittere Tränen - so
lange, bis sie sich in die Hügel verwandelten. Auch eine zweite
populäre Geschichte dreht sich um Riesen: «Zwei von ihnen haben
gestritten und sich mit Steinen beworfen», erzählt Reiseführerin Ruby
Chinchez. Der Streit war irgendwann beigelegt, die Hügel blieben.
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)/ Man muss all das aber gar nicht wissen, um von den «Chocolate
Hills» fasziniert zu sein. Wer zum Beispiel auf dem Aussichtspunkt in
der Nähe von Carmen steht, ist nur 60 Kilometer von Bohols Hauptstadt
Tagbilaran mit seinem Flughafen, dem Straßenlärm und den zahlreichen
Pfandhäusern entfernt. Er kann sich aber leicht so fühlen, als sei er
plötzlich auf einem anderen Planeten gelandet. Längst nicht alle,
aber doch viele Hügel sind von hier aus zu sehen. Manche sind nahezu
ebenmäßig geformte Kegel, andere eher spitz und sehen daher aus wie
Pyramiden. Zwischen den Hügeln erstrecken sich Wälder und schlängeln
sich Wanderwege, einige Flächen bewirtschaften Bauern.
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)/ In den Souvenirlädchen gibt es einen Artikel in rauen Mengen aus
Plüsch: Bohols zweites Wahrzeichen ist der Tarsier - auf Deutsch
Koboldmaki oder Gespensttier. Letzteren Namen dürfte das Halbäffchen
mit dem braunen Fell, das nur etwas größer ist als ein Goldhamster,
bekommen haben, weil es bei Nacht aktiv ist. Gespenstisch wirkt es
allerdings nicht.
/(
)/ Ein Bild davon können sich Besucher auf halber Strecke zwischen
den Hügeln und Tagbilaran machen: in einem urwaldartigen Gehege am
Loboc River, auf dem Bootstouren angeboten werden. Etwa 20 Tarsier
klammern sich mit den Haftballen an ihren Fingern und Zehen an Äste.
Mit ihren im Vergleich zum Körper riesigen Kulleraugen scheinen sie
die Besucher genau zu mustern - und rühren sich nicht. Wenn sich die
Nacht über Bohol senkt, führen sie sich vermutlich ganz anders auf.
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