Oft werden Korken in einer chlorhaltigen Lösung gebleicht und sterilisiert. Diese Lösungen reagieren mit den Phenolen (Moleküle aus Farbstoffen, Gerbstoffen und Geschmacksstoffen), die in jedem Naturkork stecken. Das daraus entstehende Produkt wiederum reagiert mit Schimmelpilzen, die sich überall "tummeln". Das Resultat ist ein Korken, der muffig riecht und diesen Geruch an den Wein abgibt. Selbst ungebleichte Korken werden damit befallen, denn Chlor (z.B. im Leitungswasser) und auch Schimmelpilze befinden sich überall in der Umwelt. Korkschmecker entstehen unabhängig von der Qualität des Korks, d.h. es kann jeden Korken treffen.
Weine sollen horizontal, nicht vertikal aufbewahrt werden damit der Korken immer feucht ist und einen optimalen Verschluss bietet. Ein Korken, der zu trocken ist und sich schwer ziehen lässt, muss die Qualität des Weins nicht beeinträchtigen. Er kann jedoch beim Öffnen der Flasche zerbröseln, Krümel können in den Wein gelangen, diese haben aber keinen Einfluß auf den Wein, einfach einen Schuß abgießen. Schimmelige oder schwarze Stellen an der Oberseite des Korkens haben keine Bedeutung und wirken sich nicht auf den Wein aus. Sie rühren von einem feuchten Keller her.
Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen, die im Mittelmeerraum wächst. Nach dem Schälen wird die Rinde ein halbes bis zu zwei Jahren gelagert. Bei der Qualitätsbeurteilung wird nur etwa die Hälfte für die Herstellung von Weinkorken zugelassen. Dann wird der Kork in heißem Wasser gekocht,um ihn elastisch zu machen. Dabei lösen sich auch die Tannine. Nach dem Stanzen wird der Korken noch mit Paraffin oder Silikon überzogen, damit er besser in den Flaschenhals rutscht.
Die qualitativ hochwertigsten – und teuersten – Korken bestehen aus einem ganzen Stück und haben wenige Poren und Risse. Sie weisen die höchste Elastizität und Lebensdauer auf. Für einfachere Weine werden Preßkorken verwendet. Ausnahme: Der Champagnerkorken ist immer aus Schnitzeln gearbeitet.
Kork ist knapp geworden; der Rohstoff wächst nicht so schnell nach wie die Nachfrage steigt. Der Grund: Die ständig steigende Zahl von Abfüllern. Knappe Rohstoffe werden teurer. Die Folge: Die Rinde wird weniger streng selektiert – der Anteil korkkranker Weine steigt. 5% fehlerhafte Korken gelten heute als Durchschnittswert. Eine Alternative ist der Kunststoffkorken. Der Kunststoffkorken ist ähnlich wie der Naturkorken aufgebaut – luftdichte, elastische Zellen garantieren Elastizität und Dichte. Im Gegensatz zum Naturkorken birgt er keine Fehlerrisiken. Wichtig für die Verbraucher: Sie brauchen beim Kunststoffkorken nicht auf das sinnliche „Plopp“ beim Öffnen der Flasche zu verzichten! Allerdings sollten Flaschen mit Kunststoffkorken stehend gelagert werden.
Für Weine, die unmittelbar konsumiert werden sollen, also nicht für die Lagerung bestimmt sind, ist ein Schraubverschluss ebenfalls eine gute Lösung um "Korkschmecker" zu vermeiden.
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