Aus einem Nebenprodukt des Pressens, nämlich aus den Schalen, kann man Spirituosen brennen – den deutschen Tresterschnaps, den italienischen Grappa oder den französischen Marc.
Hefepilze sind es, die den Most zur Gärung bringen, das heißt: der Fruchtzucker verwandelt sich in Alkohol und Kohlensäure. Ob ein Wein trocken oder süß wird, hängt davon ab, ob der gesamte oder nur ein Teil des Zuckers zu Alkohol wird. Das ist allerdings kein zufälliger Vorgang, sondern wird genau gelenkt und kontrolliert mittels der Gärtemperatur im Gärkeller.
Leichte Rotweine gären etwa vier Tage auf der Maische, gehaltvollere acht Tage. Schwerere Rotweine haben gut zwei Wochen Kontakt mit der Schale und vier Wochen sind es bei traditionellen Weinen, wie Barolo oder Cabernet Sauvignon.
Auf die alkoholische Gärung folgt bei Rotweinen die Milchsäuregärung (malolaktische Gärung). Bakterien bewirken diesen natürlichen Vorgang des Säureabbaus. Dieser Prozess, der zwei bis drei Wochen andauert, verleiht dem Wein Stabilität, er verringert den Säuregehalt und verfeinert die Aromen. Bei Weißweinen verzichtet man in der Regel auf die malolaktische Gärung; sie sollen ihre Säure behalten, verleiht sie ihnen doch gerade die prickelnde Frische und Lebendigkeit (Ausnahme ist aber der Chardonnay, bei welchem immer noch eine Milchsäuregärung durchgeführt wird). |